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Einsteins Hirn im Theater
Theaterfreunde servieren Liebesgrusel mit Einsteins Hirn

Auf Männerfang: Heidi Peters (Mitte) als Dr. Franka Stein, Larissa Dony (links) als Ignatia und Jessica Emmert (rechts) als Innocentia.
Auf Männerfang: Heidi Peters (Mitte) als Dr. Franka Stein, Larissa Dony (links) als Ignatia und Jessica Emmert (rechts) als Innocentia. FOTO: BeckerBredel
Altenkessel. Von Andreas Lang

Schaurig-schön lässt es sich derzeit bei den Theaterfreunden 1921 Altenkessel im Theatersaal des Restaurants „La Famiglia“ in der Alleestraße amüsieren. „Hirn! Das Leben der Dr. Franka Stein“ geben die Laienschauspieler dort in dieser Saison. Und was das Ganze so richtig gruselig macht, ist, dass die Autoren Sabine Misiorny und Tom Müller die Handlung an eine tatsächliche Begebenheit anknüpfen und munter weiterspinnen.


Spielleiter Hans-Jörg Roa erklärt den Hintergrund: „Hier dreht sich alles um das Gehirn des Genies Albert Einstein.“ Das nämlich wurde seinerzeit vor der Einäscherung gestohlen. Der Pathologe Thomas Harvey soll es eingefroren, in 240 Teile zerlegt und an an verschiedene Hirnforscher geschickt haben.

Hier nimmt die Komödie ihren Anfang. In hohem Alter beschließt Harvey, dass Einsteins Hirn jetzt ebenfalls eingeäschert werden soll. Die entfernte Verwandte Dr. Franka Stein (Heidi Peters) soll die Einzelteile einsammeln, hat aber eigene Pläne. Sie will das geniale Gehirn wieder zum Leben erwecken und einem „stattlichen Mann“ einpflanzen. Der soll sich dank eines Zaubertranks nach der Operation in das erste Geschöpf verlieben, das er erblickt – also sie selbst. An der Seite eines so schönen und genialen Gatten strebt sie nach der Weltherrschaft. Dumm nur, dass der Auserwählte abhanden kommt.



So müssen ihre beiden Assistentinnen, die blonde Innocentia und die schwarzhaarige Ignatia alias Jessica Emmert und Larissa Dony, Ersatz beschaffen und dafür sorgen, dass Pater Ambrosius (Heiner Gores) pünktlich zur Trauung parat steht. Der Zufall beziehungsweise ein Unwetter spült anschließend mehrere Kandidaten ins Frankenstein’sche Schloss. Aber wer ist der Richtige? Reiner Löw wäre als Hochzeitsplaner Detlef Dreamy der erste Kandidat. Ist „Herrin“ Franka aber zu schrill. Staubsaugervertreter Felix Felicio (Stefan Gries) folgt als Nächster und sorgt im Gespräch mit Dreamy für die erste zusammenhängende Lachsalve der Vorstellung. Während er eigentlich über die Errungenschaften der Staubsaugertechnik referiert, aber eindeutig zweideutig formuliert, versteht Dreamy ihn komplett falsch. Als Kandidat fällt Felicio dennoch durch – zu bieder. Aber da kommt ja noch Maurice Fuchs als muskelbepackter Jüngling Siegfried Sieg ins Spiel. Unmittelbar nach der nicht ganz unkomplizierten Operation erblickt er dann auch seine Geliebte, selbstverständlich handelt es sich dabei nicht um die Schlossherrin. Und weil dann ja auch noch Fabienne Horff als seine unwissende Verlobte dazukommt, ist das Chaos perfekt ...

Wie es weitergeht, erfahren Theaterfreunde am Samstag, 7. und 21. Oktober, 19.30 Uhr, Sonntag, 8. und 15. Oktober, 19 Uhr, Freitag, 13. Oktober, 20 Uhr, und Freitag, 20. Oktober, 19.30 Uhr. Karten: (06 81) 68 89 32 91.