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Neue Bürgerinitiative will Windkrafträder in Klarenthal verhindern

Bürgerinitiative in Klarenthal : Kritik an Windkraftwerken wächst

Neue Bürgerinitiative will zwei im Krughütter Wald geplante Anlagen verhindern.

In den Krughütter Wald bei Klarenthal sollen zwei Windenergieanlagen, kurz WEA, gebaut werden. Weit über 200 Meter hoch sollen sie sein. Eines dieser Windräder wäre mit 246,6 Metern nicht nur die höchste unter den insgesamt 202 Anlagen im Saarland. Die neu gegründete Bürgerinitiative (BI) Klarenthal-Gersweiler sagt, dieses Rad stelle sogar den Höhen-Weltrekord ein.

Die BI möchte die Anlagen verhindern und sandte einen Einwendungsbrief an das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz, an Saarbrückens Oberbürgermeister Uwe Conradt, an den Stadt-, den Bezirksrat sowie an den Wald-Eigentümer, das evangelische Stift St. Arnual.

„Kritisch sehen wir WEA in tendenziell windschwachen Regionen wie dem Planungsgebiet: Dort müssen WEA enorm hoch gebaut werden, damit sie in ausreichend windhöffigen Luftraum gelangen, um einigermaßen wirtschaftlich betrieben werden zu können. Das bedeutet starke Eingriffe in Landschaftsbild und Naturhaushalt“, heißt es in dem Brief, der der SZ vorliegt.

Vor zwei Wochen war in der Sporthalle Klarenthal eine Informationsveranstaltung zu dem Vorhaben. So gut wie alle der rund 100 Besucher positionierten sich gegen den Bau der WEA.

Die BI geht davon aus, dass ein großes Wohngebiet nachts Schall von schätzungsweise 37 bis 38 Dezibel ausgesetzt wäre, sollte DunoAir bauen dürfen wie geplant. Dabei seien nachts in Wohngebieten höchstens 35 Dezibel erlaubt.

Das Unternehmen DunoAir wollte bereits im Jahr 2016 drei Windräder in den Klarenthaler Wald bauen, doch das Vorhaben scheiterte. DunoAir zog den Antrag damals zurück und möchte mit einem neuen Antrag zum Zuge kommen.

Der Wald gehört dem evangelischen Stift St. Arnual. Es hatte das Windenergieprojekt öffentlich ausgeschrieben.

Die neue Bürgerinitiative hat auf sechs Seiten nun zusammengefasst, welche negativen Konsequenzen das Ganze haben könnte. Außerdem sieht die BI Planungsfehler. Demnach beansprucht der Bau der Anlagen Waldflächen außerhalb der zugelassenen Zone für die WEA und macht sie unbrauchbar.

Das Landesamt für Umweltschutz möchte noch in diesem Jahr entscheiden, ob die WEA gebaut werden dürfen, oder nicht.

Infotermin: Für Samstag, 15. August,  13 Uhr, lädt die CDU Klarenthal zu einer Waldbegehung ein, um das Vorhaben zu erklären. Treffpunkt ist in der Kreisstraße Richtung Wald.