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Klarenthal/Gersweiler
Linken-Politiker beschwert sich über Schulbusausfälle

Klarenthal/Gersweiler. Manchmal prallen Anspruch und Wirklichkeit aufeinander. Dann ist es in der Regel gut, wenn man weder mit Anspruch noch mit Wirklichkeit etwas zu tun hat. Das ist Schulkindern im Stadtbezirk West offenbar nicht vergönnt. Darauf weist der Bezirksverordnete der Linken, Thomas Baumgarten, hin. Die Saarbahn GmbH werbe zwar auf ihrer Internetseite mit „Wir bringen Ihre Kinder sicher zur Schule“, in Wirklichkeit stehen Kinder aber ratlos an der Haltestelle, hat er in diesen Tagen an das Unternehmen geschrieben. Von Martin Rolshausen

Manchmal prallen Anspruch und Wirklichkeit aufeinander. Dann ist es in der Regel gut, wenn man weder mit Anspruch noch mit Wirklichkeit etwas zu tun hat. Das ist Schulkindern im Stadtbezirk West offenbar nicht vergönnt. Darauf weist der Bezirksverordnete der Linken, Thomas Baumgarten, hin. Die Saarbahn GmbH werbe zwar auf ihrer Internetseite mit „Wir bringen Ihre Kinder sicher zur Schule“, in Wirklichkeit stehen Kinder aber ratlos an der Haltestelle, hat er in diesen Tagen an das Unternehmen geschrieben.


„Seit Dezember 2017 bis heute ist der Schulbus der Linie 813 zur Katharine-Weißgerber Schule nach Klarenthal und Gersweiler bereits viermal nicht gefahren“, heißt es in dem Brief, der auch der SZ vorliegt. Es habe diesbezüglich keine Informationen für die Kinder und Eltern gegeben, auch nicht auf der Internetseite des Unternehmens. „Besorgten Eltern“ haben sich daraufhin an den Kommunalpolitiker gewandt.

„Nicht jedes Kind ab der 5. Klasse ist in der Lage, auf den Linienbus umzusteigen, da es zum Beispiel von Altenkessel aus nochmals in Burbach umsteigen muss, um nach Gersweiler beziehungsweise nach Klarenthal zu kommen“, sagt Baumgarten.



Das Unternehmen könne den Ärger gut verstehen, teilt dessen Sprecherin Ulrike Reimann auf SZ-Anfrage mit. Daher gelte bei der Saarbahn: „Ob hoher Krankenstand beim Fahrpersonal  oder technische Defekte – Schulbusse haben bei der Planung immer Priorität! In der Praxis bedeutet dies, dass wir immer so umplanen, dass alle Schulbusse gefahren werden.“ „Bedauerlicherweise“ sei es dennoch zu den von Baumgarten angemahnten Ausfällen gekommen. Am 1. Dezember habe ein Wintereinbruch zu Fahrtausfällen geführt. Auch in Klarenthal habe sich unter dem Schnee Glatteis gebildet.

Ein anderes Problem seien Subunternehmer. „Einige Linien werden aus Kapazitätsgründen fremd an andere Busunternehmen vergeben. So ist es auch mit der Linie 813“, sagt Reimann. Man habe bereits mit dem betreffenden Auftragsunternehmen Kontakt aufgenommen und die Prämisse „Schulbusse haben Priorität“ klargelegt. Das Subunternehmen begründe den kurzfristigen Fahrtausfall krankheitsbedingt. „Auch wir hatten zu diesem Zeitraum personelle Engpässe. 20 Prozent unserer Fahrer fielen krankheitsbedingt in der dritten Dezemberwoche aus, sodass wir kurzfristig den Fahrtausfall der Schulbuslinie 813 mit eigenem Personal nicht kompensieren konnten“, sagt Reimann.