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Hier sind die Gespenster quicklebendig

Velsen. Es hat sich herumgesprochen: Die Hexennacht im Erlebnisbergwerk Velsen ist eine runde Sache – schönes Gruseln für die ganze Familie. Und so drängten sich am Samstag Hunderte von Besuchern vor dem Stollen-Tor. Rolf Ruppenthal

Im Dunkeln ist gut munkeln - aber nicht im Erlebnisbergwerk Velsen in der Hexennacht. Eine Geisterbahn auf der Kirmes ist im Vergleich gar nichts: Gruseln und Gänsehaut waren garantiert, zumal nicht nur "tote" Geister, sondern quicklebendige Gespenster und Hexen ihr Unwesen trieben.



Schon um 17 Uhr herrschte im Erlebnisbergwerk Hochbetrieb, waren Parkplätze vor der Kaffeeküch Mangelware. Volker Etgen und seine gut drei Dutzend Helfer vom Betreiberverein hatten Schwerstarbeit zu leisten, bis in die späteren Abendstunden alle Hände voll zu tun.

Schon zur Begrüßung "winkten" Hexen und Gespenster von den Bäumen und Loren herunter. Halb so schlimm - die waren ja nicht lebendig. Der Wind übernahm die notwendige Animation. Eine Lokfahrt sorgte dann für die Einstimmung. Nach dem "Schockel"-Erlebnis ging es schnurstracks zum Stolleneingang, wo sich immer wieder Warteschlangen bildeten. Denn drinnen mussten die Helme auf die Kopfgröße angepasst, die Lampen eingestellt werden. Und als niemand so recht damit rechnete, tauchten wie aus dem Nichts quicklebendige Hexen auf und trieben ihren Schabernack. "Mama", schrie die kleine Jutta aus Überherrn entsetzt und flüchtete sich auf den Arm ihrer Mutter. Manch anderes Kind nahm es - tapfer - gelassener, etwa Mirco aus Saarbrücken. Nur wenig beeindruckt meinte er: "Die sind doch nur verboozt und ganz harmlos." Und Joshua, ein noch jüngerer Besucher, selbst als Vampir verkleidet, schimpfte: "Hau' doch endlich ab, oder ich ruf' die Polizei ", als eine Großrosseler Hexe im dunklen Bergwerksstollen hinter einer Lore hervorsprang, um ihn zu erschrecken. Überhaupt kamen viele der Kinder verkleidet - als Hexe, Geist, Skelett, Teufel oder Vampir. Sogar einige, wenn auch nur wenige, Erwachsene präsentierten sich zur Feier der Tages im passenden Hexennachtkostüm.

"Gruseln garantiert, Gänsehaut inklusive", hatten die Betreiber des Erlebnisbergwerks ihren großen und kleinen Besuchern versprochen. Und sie hielten Wort: schreckliche Geräusche, finstere Gestalten, dazu das Dunkel und der kalte Luftzug - da zog es die meisten der kleinen Besucher an die Hand von Mama oder Papa, am besten sogar beide, wenn Platz genug war.

Nach dieser Begegnung der unheimlichen Art konnten sich die Besucher draußen stärken und am Lagerfeuer auf der Lore positive Stimmung "tanken". Die meisten nutzten die Gelegenheit, am offenen Feuer frisches Stockbrot zu grillen. Das machte nicht nur den Kleinen, sondern auch zahlreichen Müttern und Vätern Spaß, und so ganz nebenbei konnte man sich aufwärmen - von innen und von außen. Auch die Feuerwehr von Ludweiler war vor Ort. Sie unterstützte die nimmermüde Mannschaft von Volker Etgen am Grill und am Getränkestand.

Nach dieser so gelungenen Hexennacht lässt der nächste Programm-Höhepunkt nicht lange auf sich warten. Das Erlebnisbergwerk Velsen ist beim Warndt-Weekend vom 26. bis 29. Mai wieder mit von der Partie. "Eine gute Gelegenheit, wieder mal vorbeizuschauen", meint Etgen. Zumal in direkter Nachbarschaft - nämlich im alten Maschinenhaus im Umfeld der imposanten Dampfmaschine mit ihren mächtigen Seilscheiben und Schwungrädern - die Kunstausstellung "Colors of Velsen " stattfindet. Viele der über 60 Künstler aus dem Saar-Lor-Lux-Raum sind dabei selbst vor Ort.