„Es wird auf jeden Fall weitergehen“

Beim Fußball-Verbandsligisten SV Klarenthal gab es zuletzt wieder mal Turbulenzen. Der erst im Sommer geholte Trainer Vincenzo Simonetta ist schon wieder weg. Unter dessen Nachfolger Salvatore Mastrantonio setzt es nun eine Klatsche nach der anderen.

Eigentlich wollte Fußball-Verbandsligist SV Klarenthal unter dem im Sommer geholten Trainer Vincenzo Simonetta einen Neuanfang starten. Doch das war bereits nach acht Spielen hinfällig. Nach dem ersten Saisonsieg, einem 2:0 im Derby über den SC Großrosseln, war statt Aufbruchsstimmung plötzlich Chaos angesagt. Simonetta warf dem Verein vor, sich ihm und Spielern gegenüber nicht an Vereinbarungen gehalten zu haben - und nahm seinen Hut. Mit ihm gingen etliche Akteure, die Simonetta geholt hatte. Folge: Unter Simonettas Nachfolger Salvatore "Capo" Mastrantonio blieb der SVK zuletzt chancenlos, das mit Kreisliga-Spielern aufgefüllte Team kassierte seitdem vier Klatschen mit 1:48 Toren. Wegen Spielermangel wurde die 2. Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet.

Laut Klarenthals Boss Volker Bleines werde der Verein versuchen, im Winter neue Spieler zu holen: "Es wird auf jeden Fall weitergehen. Wir führen bereits Gespräche und haben auch schon Zusagen. Ob es noch zum Ligaverbleib reicht, wird man sehen. Wir bauen keinen Druck auf", sagte der Vorsitzende gestern. "Mein Wirken hier ist längerfristig geplant. Wir werden versuchen, den Verein wieder zu stabilisieren, wollen junge Menschen für den Fußball bei uns begeistern", sagt Mastrantonio.

Die Vorwürfe von Ex-Trainer Simonetta hatte der Verein in einer Erklärung vehement bestritten. Darin hieß es: "Wir, der Vorstand des SV Klarenthal , haben uns vor der Runde entschieden, alle Spieler gleich zu behandeln, dies wurde bei mehreren Zusammenkünften von Trainer, Mannschaft und Vorstandsmitgliedern ausdrücklich hervorgehoben." Im Anschluss hatte Simonetta seine Vorwürfe bekräftigt, womit Aussage gegen Aussage steht. Klarenthals Ex-Spieler Nicola Allegrotti hatte als einer der Betroffenen angegeben, er sei bis zuletzt davon ausgegangen, monatlich 200 Euro zu erhalten. "Das habe ich mit Simonetta schriftlich vereinbart, er hat es dem Vorstand übergeben", sagte der 26-Jährige. Er sei erstaunt gewesen, als er am Zahltag nach dem Spiel gegen Großrosseln 95 Euro für zwei Monate erhielt. "Mir wurde da gesagt, dass der Verein die Zahlungen nicht leisten kann. Ich bin von diesen Abläufen sehr enttäuscht", ergänzte Allegrotti.

Klarenthals Ex-Spielleiter Peter Dohm gab an, dass schriftliche Vereinbarungen existiert hätten: "Ich bezweifle aber, dass sie Herr Bleines, der laut Satzung als einziger unterschreiben darf, je unterzeichnet hat." Zudem habe Bleines ihm gegenüber bekräftigt, alle Spieler seien frühzeitig informiert worden, dass keine Extrazahlungen möglich sind. Bleibt die Frage, warum die Akteure erst nach dem achten Spieltag das Weite suchten.

So oder so ist das Jahr 2015 für den SVK ein verkorkstes, nachdem man bereits im Frühjahr die Schlagzeilen bestimmt hatte. Damals war der Verein Verbandsliga-Spitzenreiter, als die komplette Mannschaft wegen Geldknappheit absprang, Klarenthal daraufhin nicht beim Hallenmasters antrat und in der Rückrunde durchgereicht wurde.