Eine eigene Geschichte schreiben

Klarenthal. Die Schuhe quietschen auf dem Hallenboden, immer wieder unterlegt vom dumpfen Knall der Schmetterschläge. Es wird konzentriert gearbeitet in der Sporthalle auf der Folsterhöhe, in die die Volleyballer des TV Klarenthal an diesem Tag ausgewichen sind. Spielzüge, Kombinationen und Automatismen

Klarenthal. Die Schuhe quietschen auf dem Hallenboden, immer wieder unterlegt vom dumpfen Knall der Schmetterschläge. Es wird konzentriert gearbeitet in der Sporthalle auf der Folsterhöhe, in die die Volleyballer des TV Klarenthal an diesem Tag ausgewichen sind. Spielzüge, Kombinationen und Automatismen. Schließlich geht es für die Mannschaft am Sonntag um den Saarlandpokal-Sieg (15 Uhr, Sporthalle am Schäferpfad in Saarwellingen). Endlich wieder ein Hauch von großer Volleyball-Bühne für Klarenthal. Zwar spielt die Mannschaft, wie der Gegner am Sonntag, der TV Bliesen, immerhin in der Oberliga, aber die wirklich erfolgreichen Zeiten des Vereins liegen mittlerweile über zehn Jahre zurück. Mitte der Neunziger war es, als der TV Klarenthal in der 2. Bundesliga spielte. 1998 dann der Abstieg, aus dem Traum vom direkten Wiederaufstieg wurde nichts. Zwar konnte sich die Mannschaft noch einige Jahre in der Regionalliga halten, doch irgendwann war auch dort der Abstieg nicht zu verhindern. Und langsam verblassen sogar die Erinnerungen an diese goldenen Jahre, auch wenn es noch Kontakt zu den Spielern von damals gibt. Christoph Michels, der 1998 - also dem Abstiegsjahr - nach Klarenthal kam, sagt: "Einige von damals spielen noch in unserer zweiten Mannschaft in der Verbandsliga und sind regelmäßig bei den Heimspielen dabei. Man kennt sie schon." Doch für die aktuelle Mannschaft gilt es ohnehin, ihre eigene Geschichte zu schreiben. Vielleicht schon im Saarlandpokal am Sonntag. "Klar, ist das was Besonderes. Sonst spielen wir vor 50 oder 80 Zuschauern. Am Sonntag werden es zwischen 300 und 500 sein." Zumal einige Spieler selbst einmal bei Bliesen gespielt haben. In den vorangegangenen Runden hatte Klarenthal den Oberliga-Konkurrenten SSG Schwarzenholz/Griesborn und den Verbandsligisten VSG Saarlouis besiegt. Und beinahe hätte es ein reines Klarenthaler Duell im Finale gegeben. Die Zweite scheiterte im Halbfinale jedoch am TV Bliesen - hier ist also eine Rechnung offen. Dass Klarenthal als Oberliga-Siebter (von zehn Mannschaften) nicht unbedingt als Favorit gegen den Tabellendritten aus Bliesen geht, wissen die Spieler. "Aber als kleiner Außenseiter in die Partie zu gehen, ist ja nicht immer schlecht", sagt Spielführer Pascal Schweitzer. Zumal beide Teams am Samstag noch in der Liga ran müssen: Klarenthal in Burgbrohl und Bliesen beim TV Göttelborn. Auch das wird eine entscheidende Frage sein, wie gut die beiden ihre Ligaspiele verkraften. Und so hofft Lukas Bennoit: "Trotz unserer Außenseiterrolle können wir optimistisch in das Spiel gehen."