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Das Erlebnisbergwerk Velsen hat zwei Jahrel ang eine Diesellok restauriert

Tag des bergmännischen Denkmals : Erlebnisbergwerk Velsen weiht Diesellok ein

Das Erlebnisbergwerk Velsen feierte am Sonntag den „Tag des bergmännischen Denkmals“. Eigentlich hätte am 13. September bundesweit der „Tag des offenen Denkmals“ begangen werden sollen. Corona-bedingt konnten die Veranstaltungen aber nicht wie gewohnt stattfinden.

So überlegte sich der Trägerverein des Erlebnisbergwerks etwas anderes: Gefeiert wurde, dass das Bergwerk seit November 2019 offiziell als Denkmal anerkannt ist.

„Wir überlegten uns, das Erlebnisbergwerk unter Denkmalschutz zu stellen und bekamen schnell positive Rückmeldung. Unser Erlebnisbergwerk gehört zur saarländischen Geschichte, und es ist wichtig, dass so etwas Schönes weitergegeben werden kann“, erzählt Volker Etgen, 1. Vorsitzender des Vereins Erlebnisbergwerk Velsen.

Velsen wurde 1945 zum Ausbildungsbergwerk, die Grube selbst aber schon 1899 eröffnet. Ein kleiner Teil des heutigen Erlebnisbergwerks diente im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzstollen für die Belegschaft der Grube Velsen. „Nach dem Krieg wurde es ausgebaut und dazu genutzt, die jungen angehenden Bergleute in einer sicheren Umgebung an den aktiven Bergbau heranzuführen“, erzählt Etgen. Originalmaschinen, echter Ausbau und erfahrene Bergleute wurden genutzt, um die jungen Männer mit Sicherheitseinrichtungen, Signalanlagen und dem bergmännischen Wortschatz vertraut zu machen. „Zehntausende von jungen Bergleuten, Betriebsführern, Steigern oder Hauern absolvierten diesen Ausbildungsabschnitt im heutigen Erlebnisbergwerk.“

Mit dem Festtag wollten die Vereinsmitglieder die Fertigstellung der historischen Diesellok „Jägersfreude“ vom Typ Ruhrtaler Vollsicht feiern und sie offiziell vorstellen. Die Vereinsmitglieder haben diese alte Lok wieder fahrbar gemacht. Das Aggregat, das zwischen 1954 und 1955 gebaut wurde, stammt aus der Grube Jägersfreude. „Die Geschichte dieser Lok ist einmalig. Jahrelang stand die Lok auf dem Spielplatz eines Kindergartens in Saarlouis-Roden. Als sie verschrottet werden sollte, wurden wir darauf aufmerksam. Ein Spezialist suchte für uns alle Loks mit bergmännischem Hintergrund. Schnell wurde uns klar, dass wir diese Lok bei uns haben und sanieren möchten“, so Etgen. Knapp zwei Jahre schraubten fast 20 Helfer an der Diesellok. „Wir benötigten fast 15 000 Euro für das Restaurieren“, erzählt der 1. Vorsitzende. Nach einem Festakt mit geladenen Gästen, unter anderem Kulturministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), konnte jeder die Veranstaltung besuchen und das Bergwerk kostenlos besichtigen. Rundfahrten mit der Diesellok und den Akkuloks sowie ein kleiner bergmännischer Flohmarkt lockten unter Einhaltung von Abstandsregeln viele Besucher auf das Gelände in Velsen.