Nachruf Christuskirchen-Kantor Friedrich Schäfer ist tot

Saarbrücken · Er war eine bekannte Figur in der Saarbrücker Kirchenmusik-Welt. Viele Jahre hat Friedrich Schäfer die Kultur an der Christuskirche auf dem Saarbrücker Rotenbühl geprägt.

 Ein Leben lang für die Musik: Friedrich Schäfer

Ein Leben lang für die Musik: Friedrich Schäfer

Foto: engel&seeber

Kurz nach seinem 85. Geburtstag ist der rührige Musiker jetzt gestorben. Sein Weggefährte, der Sänger Albert Benjes, erinnert für uns an Schäfers Schaffen.

Fast vier Jahrzehnte war Friedrich Schäfers Wirkungsstätte, die ev. Christuskirche am Rotenbühl, ein beliebtes Ziel der Kirchenmusikfreunde Saarbrückens. Ob Serenadenkonzert im Sommer, Kammermusik im windigen Oktober oder besonders das jährliche Adventskonzert, für all das übers Jahr mit Bedacht verteilte klingende Programm zeichnete Friedrich Schäfer verantwortlich. Der rührige Kantor, im letzten Jahr seiner langjährigen Tätigkeit noch zum Kirchenmusikdirektor ernannt, schuf an Saarbrückens Peripherie eine kleine Oase, in der engagierte Laien aus der Gemeinde zusammen mit Gast-Profis musizierten.

Die Musik wurde ihm zwar in die Wiege gelegt – beide Eltern waren am damaligen Stadttheater Saarbrücken engagiert –, aber sein Musikstudium begann er erst nach dem Umweg über ein Architekturstudium – während dem er aber stets weiter musizierte. Eine wundersame Wegweisung in dieser Zeit bedeutete für ihn die Begegnung mit Albert Schweitzer. Beim letzten öffentlichen Orgelkonzert des „Urwalddoktors“, Philosophen und Musikers durfte Friedrich Schäfer umblättern und war erstaunt, „wie gut so ein alter Mann noch spielen kann“.

Während des Kirchenmusik-Studiums in Schlüchtern (Hessen) schnupperte der Erzmusikant auch ausgiebig in die Gefilde der Unterhaltungsmusik, verdiente sich manche Mark mit Schlagermusik und Jazz, spielte mit damals aufstrebenden Stars wie Peter Alexander, Caterina Valente und ihrem Bruder Silvio Francesco.

Zum Studium gehörte auch das Fach Orgelbau, und hier verbanden sich für Schäfer Architektur und Musik: Die Orgel der Christuskirche konzipierte er später selbst. Sie passt so perfekt in den Raum, dass der berühmte Wiener Orgelfachmann und Virtuose Franz Haselböck sie einmal als die schönste Kleinorgel der Welt bezeichnet hat. Als Kantor der Christuskirche gründete Schäfer einen Kinderchor, einen Instrumental-, einen Sing- und einen Bläserkreis. Bis 2000 konzertierten diese Ensembles als Kantorei und Instrumentalkreis der Christuskirche. Nach seiner Pensionierung zog Friedrich Schäfer mit seiner Frau Petra an die Mosel. 

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