Kallenborn tritt für die FDP in Saarbrücken an

FDP-Kandidat : „Die Stadtautobahn ist eine Katastrophe“

Gerald Kallenborn kandidiert für die FDP bei der OB-Wahl. Er will die Wirtschafts- und Verkehrspolitik neu ordnen.

Wenn man mit Gerald Kallenborn über Verkehrspolitik in Saarbrücken spricht, fällt sehr schnell das Wort „Südumfahrung“. Die hat es dem promovierten Juristen angetan. Kallenborn tritt als parteiloser Kandidat mit Unterstützung der FDP am 26. Mai zur Oberbürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt an.

Mit der Südumfahrung will er einen Teil des Verkehrs von der Stadtautobahn wegbringen. Die Stadtautobahn selbst, die er für eine „Vollkatastrophe“ hält, sollte dann zur Landstraße herabgestuft werden. Konkret heißt das: die Autobahn 620 nicht mehr durch die Stadt, sondern in Höhe des Messegeländes durchs Deutschmühlental bis zur A 6 an der Goldenen Bremm führen lassen. Die Vorteile liegen seiner Ansicht nach auf der Hand: Der Bund könnte das Projekt voll finanzieren, und Saarbrücken würde eine mehrjährige Baustelle vermeiden, die nötig wäre, um die Autobahn in einen Tunnel zu verlegen. „Aber es geschieht nichts“, sagt Kallenborn, „doch die Stadtautobahn muss weg.“ Zum Zweiten sind ihm die Leerstände in Saarbrücken ein Dorn im Auge. Dazu möchte er mehr Gewerbebetriebe ansiedeln und eine „Vision für die Stadt entwickeln, um Saarbrücken über die Landesgrenzen hinaus attraktiv zu machen“. Auch die Quartiers­entwicklung hält Kallenborn für wichtig. „Um alle Lebensbereiche in der Stadt zu verbessern, braucht es eine eigenständige Quartiersentwicklung. Arbeiten, Leben, Wohnen, Versorgen müssen Hand in Hand gehen.“ Denn wenn man alles vor Ort fände, brauche man auch kein Auto mehr. „Das bedeutet weniger Verkehr“, sagt der 53-Jährige. Kallenborn plädiert für „ein gesundes Mischverhältnis mit Elektro-Mobilität“. E-Roller und E-Bikes sollten für die Kurzstrecke genutzt werden. Aber in dieser Hinsicht sei Saarbrücken „rückständig“. Dabei bietet Elektronik seiner Meinung nach viele Chancen für die Stadtentwicklung. „Ein moderner Verkehrsrechner wäre in der Lage, die Ampeln zu regeln“, sagt Kallenborn. „Aus Überzeugung“ kandidiert Kallenborn, der früher FDP-Mitglied war. Vor allem in der Wirtschafts- und Verkehrspolitik hat der verheiratete Vater dreier Töchter viel vor. Wir werden sehen, was aus der Südumfahrung für Saarbrücken wird.

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