Jeder darf mitsingen bei der Hausmusik im Nauwieser 19 in Saarbrücken

Musik bei offenem Fenster : Über die Nauwies schallt es „Ti amo“

Bei der „Hausmusik im Nauwieser 19“ in Saarbrücken singen oft auch Passanten plötzlich mit.

Einfach gemütlich zusammensitzen, Tee und Saft trinken, Melonenschnitze, Chips und Kekse genießen – und singen. Das ist das Konzept von „Hausmusik im Nauwieser 19“, einem unregelmäßigen Treffen von etwa acht bis 15 Sängern und Sängerinnen, der Akkordeonspielerin Ingrid Kraus, des Gitarristen Walter Guth und des Geigers Michael Pfeifer.

Im Sommer ist das besonders schön, denn dann stehen die Fenster und Türen zur Nauwieser Straße hin offen. Passanten staunen, schauen hin – und kommen sogar manchmal rein und singen mit, wie Organisatorin Sigrid Jost vom Verein Kultur- und Werkhof Nauwieser 19 es schon erlebt hat.

Auch an diesem Abend lockt der Gesang zwei Passantinnen ins Kulturzentrum. Sie bekommen zwei Liederbücher in die Hand gedrückt, und schon sind sie mittendrin statt nur dabei. Der Abend beginnt traditionell mit Volksliedern wie „Kein schöner Land“ oder „Muss i denn“ (aber bitte auf Schwäbisch, wie es sich eine Teilnehmerin wünscht). „Die Gedanken sind frei“ oder „Mich brennt’s in meinen Reiseschuh’n“ gehören meist auch in diese Kategorie. Je nach Jahreszeit erklingen Frühlings-, Sommer-, Herbst-, oder Weihnachtslieder. Dann geht es zum nächsten Liederheft, das Evergreens wie „Morning Has Broken“ oder „Love Me Tender“ enthält. Das nächste Lied bestimmt derjenige, der sich am besten durchsetzen kann und dessen Vorschlag die meiste Resonanz findet. Dann kommt schon mal spontan etwas Neues aufs Tapet, wie an jenem Abend – „Hello Mary Lou“. Das wackelt dann noch ein bisschen, aber was soll’s. Denn ganz wichtig ist den Teilnehmern, dass kein Druck beim Musizieren herrscht. „Man muss nicht gut singen, sondern es geht darum, Spaß zu haben“, sagt zum Beispiel Angelika Roth, die von Anfang an dabei ist.

Spaß machen auch die schönen alten Schlager, wie etwa der Kriminaltango, wie „Ti amo“ oder „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Chansons wie „Ma liberté“ von Georges Moustaki oder „Aux Champs-Elysées“ dürfen nicht fehlen, ebenso wie der jüdische Evergreen „Hava nagila“. „Wenn wir gut drauf sind, tanzen wir dazu“, sagt Sigrid Jost, die die Hausmusik vor knapp vier Jahren ins Leben gerufen hat. Den Zweck, dass sich hier Menschen zusammenfinden, die ganz zwanglos Spaß am Singen haben, erfüllt der Treff allemal. Die Teilnehmer kamen zum Teil über Kurse wie Handarbeiten, die das Nauwieser 19 anbietet, zum Teil über die Ankündigungen in der Saarbrücker Zeitung, aber auch über Bekannte, oder weil sie eben an einem Singabend vorbeigeschlendert waren. Jedenfalls steht die Hausmusik allen offen, die gerne singen.

Wann die nächste Hausmusik erklingt, steht noch nicht fest, entweder am 21. oder 22. August. Interessenten können sich in den E-Mail-Verteiler aufnehmen lassen oder auf der Webseite nauwieser19.de nachschauen. Kontakt: Tel: (0681) 39 95 38, E-Mail: info@nauwieser19.de

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