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Jazzgitarrist Johannes Schmitz beweist sein Talent in etwa zehn Bands

Jazzgitarrist Johannes Schmitz : Auf Umwegen zur großen Liebe: dem Jazz

Johannes Schmitz entdeckte seine Leidenschaft für Improvisiertes nach Jahren in Metal- und Punk-Bands.

Er ist ein ebenso gefragter wie engagierter Musiker: Johannes Schmitz teilt mit den hiesigen Könnern eines experimentellen New Jazz das Podium. Genauso gut kann man ihn ganz traditionell mit Jazzklassikern hören.

Der 1987 in Saarlouis geborene und in Köln ausgebildete Gitarrist greift variantenreich bis hinein in den Rock-Sektor in die Saiten und ist neben lokalen Formationen obendrein mit Bands von außerhalb unterwegs – insgesamt sind es mehr als zehn Ensembles.

Dieses umfangreiche Programm absolviert Schmitz neben seinem Brotberuf als Lehrer: Der begeisterte (Wahl-)Saarbrücker unterrichtet Musik und Geschichte an der Gemeinschaftsschule Ludwigspark. Die Liebe zur Musik begann im Vorschulalter. In einem Lebensabschnitt, in dem andere Kinderlieder singen, lauschte Johannes Schmitz Rock-Heroen wie Dire Straits, Status Quo, Eric Clapton und Jimi Hendrix. Musik war in der Familie allgegenwärtig: Die Schwestern spielen ebenfalls Instrumente, und der Bruder Daniel Schmitz, zehn Jahre älter als Johannes, ist Jazztrompeter, etwa in der Combo Parallaxe. Er ist Vorbild für Johannes und machte ihn mit dem Jazz bekannt, mit Miles Davis und Cannonball Adderley.

Da griff Johannes freilich bereits in die Saiten: Weil der Knabe emsig mit einem Tennisschläger Luftgitarre spielte, schickte ihn seine Mutter im Alter von sieben zum ersten Gitarrenunterricht. Zu jener Zeit entdeckte Johannes die Beatles: „Nichts hat mich musikalisch so beeindruckt wie sie, ich habe alle Songs von ihnen auf der Gitarre gelernt.“

In die Geheimnisse der Jazzgitarre weihte ihn ein zweiter Gitarrenlehrer ein, der Saarbrücker Frank Jacob. Auch dieser Kontakt kam über den großen Bruder zustande.

Der Ankunft beim Jazz gingen Jahre in Metal- und Punk-Bands voraus und eine „Auseinandersetzung mit der Rockmusik von den Sechzigern bis in die Gegenwart“, erzählt Johannes Schmitz, der außerdem Rap und Hiphop mag. „Die Jazz-Geschichte entdeckte ich rückwärts vom Jazzrock der Siebziger, Achtziger über John Coltrane und Charles Mingus bis zum Bebop.“

Da Johannes schließlich Klassik schätzt von Thomas Morley bis Igor Strawinsky, verwundert es kaum, dass er einen als „meine größte Inspiration“ bezeichnet, der zwischen allen Genres unterwegs war: Frank Zappa. Musikstudium ja, Profi nein – das stand für Schmitz früh fest. Er studierte in Köln an Musikhochschule und Uni und wurde Lehrer: „Die Entscheidung bereue ich bis heute nicht. Mein Job erfüllt mich sehr und ermöglicht mir, keine musikalischen Kompromisse eingehen zu müssen.“

Über den Spaß und die „persönliche Befriedigung“ hinaus sieht Schmitz das Musiker-Dasein als „Versuch, etwas Positives in die Welt zu bringen“. Die soziale Komponente bedeutet ihm viel: „Gegenseitiges Zuhören, Zurücknehmen des Egos, der Blick aufs Ganze“, kurzum: das Teamwork und die „wertschätzende Interaktion mit den Zuschauern“.

Generell würdigt Schmitz den „Einsatz für Qualität und Minderheiten-Interessen in einer oberflächlichen und marktorientierten Gesellschaft“. Seine Ziele verfolgt der Träger des HfM-Jazzpreises der Saar-Musikhochschule (2013; „bester Instrumentalist“), der auch solistisch auftritt, in vielen Band-Projekten: Mit seinem Bruder unterhält er das Duo NebenDaNeben und das Trio Botanic Mob, Dritter im Bunde ist der Mainzer Improvisations-Schlagzeuger Jörg Fischer.

Mit dem Posaunen-Ass Christof Thewes kooperiert Johannes Schmitz im Quintett Hydropuls und im Trio Thewes-Prätzlich-Schmitz. Dann ist da noch Schmitz’ Saarbrücker Trio Uhl, das mit Wollie Kaiser (Saxofon) zum Quartett wächst.

Dauerpartner ist Bassist Stefan Scheib, mit dem Schmitz die Hausband zur Jazzsession im Café Zing zusammenstellt. Ein Beitrag zur Musikszene, die Schmitz am Herzen liegt: „Saarbrückens musikalisches Angebot kann sich sehen lassen. Es wäre super, wenn die Leute das zu schätzen wissen und dazu beitragen, dass es so bleibt.“

Live-Termine in Saarbrücken: Donnerstag, 31. Januar, 20 Uhr, Café Zing, Rotenbergstraße 37: Johannes Schmitz, Gitarre, und Stefan Scheib, Bass, plus Gäste (auch 21. Februar und 21. März). Samstag, 16. Februar, Garelly-Haus, Eisenbahnstraße 14, 20 Uhr: Quintett „Hydropuls“.

www.schmitzjohannes.com