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Jazz für die Ukraine im Theater im Viertel Saarbrücken

Benefiz-Konzert mit HfM-Studierenden für die Ukraine : Weihnachts-Jazz für die Ukraine: „Carol of the Bells“ heißt eigentlich „Schtschedryk“

In der Ukraine geht es den Menschen schlecht. Sie sind mitten im kalten Winter ohne Strom, Heizung, Wasser und immer wieder gibt es Luftangriffe. Taras Marynevych und Roman Reznic wollen da wenigstens ein bisschen helfen, mit ihren Mitteln als Musiker. Am 17. Dezember laden sie zum weihnachtlichen Benefizkonzert ins Theater im Viertel.

„Wir haben nicht das Problem, dass wir bei Minusgraden zuhause ohne Strom und Heizung sitzen müssen“, sagt Taras Marynevych, der es wissen muss: Der 31-jährige stammt aus der Ukraine und studiert seit acht Semestern Musikmanagement an der Universität des Saarlandes. Um seinen vom Krieg gebeutelten Landsleuten wenigstens ein bisschen unter die Arme zu greifen, organisiert Marynevich jetzt ein Benefizkonzert im Theater im Viertel.

Dabei ist er nicht alleine: Mitveranstalter und Initiator ist der Jazzpiano-Student Roman Reznic, der für diesen Abend eine Band zusammengestellt hat. Der 30-jährige studiert im fünften Semester und hat ein paar befreundete Musiker gefragt. Am Bass steht dabei Gabriel Kirsch, Schlagzeug spielt Jonas Drobczinsky, Marynevych bedient das Saxofon, und Sandrine Lisken singt.

Das Quintett aus hochklassigen Nachwuchsmusikern möchte jazzige oder verjazzte Weihnachtslieder darbieten, von „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ über „Let It Snow“ bis hin zu „Carol of the Bells“. Letzteres heißt im Original nämlich „Schtschedryk“ und kommt tatsächlich aus der Ukraine. Bekannt ist das Lied unter anderem in der Version von John Williams aus dem Filmklassiker „Kevin – Allein zu Haus“. Im Repertoire werden aber auch deutsche Weihnachtslieder wie „O Tannenbaum“ oder „Stille Nacht“ sein.

Reznic und Marynevich haben sich bei einem Konzert im April kennengelernt, als sie schon mal zusammen musizierten. Der Pianist erzählt: „Seit in den Nachrichten kommt, dass die kritische Infrastruktur der Ukraine zerstört ist – also viele Sachen, die die Zivilbevölkerung betreffen –, da habe ich mich erinnert und dachte, es wäre eine gute Idee, dass wir etwas machen können. Und das, obwohl wir arme Musikstudenten sind.“

Mit einem Anruf bei Marynevych brachte er das Ganze ins Rollen. Der Ukrainer selbst meint, dass er in diesem Fall eher als Musiker dabei ist als als Musikmanager. Reznic war es dann auch, der den Kontakt zum Theater im Viertel und dessen Leiterin Katharina Molitor geknüpft hat. Das war offensichtlich die richtige Idee, denn er sagt: „Sie hat uns sehr stark unterstützt, bei der Werbung und bei der Organisation. Sie nimmt uns vieles ab. Ohne sie wäre das Konzert nicht möglich.“

Dass der Raum über kein riesiges Platzangebot verfügt, empfindet Reznic nicht als Nachteil. „Wir wollen uns ja nicht übernehmen. Ich bin nicht erfahren im Organisieren von großen Konzerten.“ Das Theater im Viertel sei dafür zentral gelegen, ein Pluspunkt.

Der Eintrittspreis soll 15 Euro (ermäßigt zehn Euro) betragen, beide Macher erhoffen sich weitere Spenden an dem Abend. Das Geld wird an „Future for Ukraine“ fließen. „Diese Stiftung ist offiziell, die kenne ich. Ich habe recherchiert und sie als am sinnvollsten empfunden“, sagt Marynevych.

Die Organisation ist sowohl in Polen als auch in der Ukraine tätig. Zu ihren Aufgabenfeldern zählen die Betreuung kriegstraumatisierter Kinder, die medizinische Versorgung von verwundeten und versehrten Soldaten, humanitäre Hilfe in Kriegsgebieten und die Unterstützung medizinischer Einrichtungen. Nun hoffen die beiden Organisatoren auf einen guten Zuspruch für das Konzert am 17. Dezember. Reznic sagt: „Gerade die Weihnachtszeit passt zu dem Gedanken, dass man an andere denkt und etwas Gutes tun will.“

Benefizkonzert am 17. Dezember, 19.30 Uhr, Theater im Viertel am Landwehrplatz Saarbrücken. Infos: www.dastiv.de