| 20:30 Uhr

Alte Feuerwache
„Iphigenie in Aulis“ feiert Premiere

Saarbrücken. Ab Sonntag zeigt die Alte Feuerwache die Euripides-Tragödie.

Die Tragödie „Iphigenie in Aulis“, inszeniert vom Wiener Regisseur Volker Schmidt, feiert am Sonntag, 25. März, Premiere auf der Bühne der Alten Feuerwache.


Die Männer führen Krieg, irgendwas läuft schief, ein Schuldiger wird gesucht und gefunden, und es wird ihm auch gleich nahe gelegt, wie er seinen Fehler wieder gut machen kann. Zum Beispiel auf dem Rücken anderer – ein zeitloses Phänomen. In der Tragödie „Iphigenie in Aulis“, um 406 vor Christus von Euripides geschrieben, soll König Agamemnon seine Tochter Iphigenie opfern und ist auch bereit dazu.

Die schöne Helena ist mit Menelaos, dem Bruder von Agamemnon verheiratet, wird vom ebenso schönen Paris ent- oder verführt und befindet sich nunmehr in der gut befestigten Stadt Troja. Agamemnon will mit seiner Kriegsflotte Helena zurückholen und Troja zerstören. Ganz wohlgesonnen scheinen die Götter diesem Unterfangen nicht zu sein, es herrscht Flaute. Der Seher Kalchas verkündet: Troja kann vernichtet, Helena zurückerobert werden, wenn Iphigenie geopfert wird.



Ausgedacht hat sich diese Geschichte der antike Dichter Euripides. Der Altphilologe Professor Peter Riemer, der zum Schwerpunkt antike Dramen und Epen an der Universität des Saarlandes forscht, erklärt Euripides‘ besonderen Zugang zum Iphigenie-Stoff: „Euripides zeigt, dass der Mensch eine Wahl hat, er kann sich so oder so entscheiden. Anders als die antiken Autoren Sophokles und Aischylos lässt er die Figuren unterschiedliche Positionen einnehmen. Mal befürworten sie die Opferung, mal lehnen sie sie ab. Damit lässt er den Zweifel beim Zuschauer aufkommen: Muss die Opferung wirklich sein? Ist der Krieg wirklich sinnvoll?“