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Inèz Schäfer hat beim Resonanzen-Festival viel zu tun und zu singen

Porträt : „Es läuft richtig gut. Wir sind sehr glücklich“

Ein Gespräch mit Inés Schaefer, Sängerin und Kuratorin des Resonanzen-Festivals. Heute Abend singt die Chefin selbst.

Inéz Schaefer ist derzeit viel in Saarbrücken unterwegs. Denn gemeinsam mit Sebastian Studnitzky und Julien Quentin bildet die ausgebildete Jazzsängerin die künstlerische Leitung des Festivals Resonanzen, das noch bis zum 11. Oktober stattfindet.

„Eigentlich wurde ich zuerst gefragt, ob ich dort spielen wolle“, erklärt sie gleich zu Beginn des Gesprächs. Denn Inés Schaefer ist Saarbrückerin, studierte in Dresden Jazzgesang, unterrichtet seit ihrem Studienabschluss an der Dresdener Musikhochschule Jazzgesang und arbeitet freiberuflich als Musikerin. Ihr Hauptprojekt nennt sich „Ätna“, ein genreübergreifendes Duo, das sich dem elektronischen Pop verschrieben hat.

„Als im Februar Nicole Johänntgen als Kuratorin abgesprungen ist, wurde ich gefragt, ob ich nicht auch in der Leitung mitmachen wollte. Und das habe ich gemacht“, erläutert die Sängerin weiter. Das war noch vor Corona und all den damit verbundenen Maßnahmen.

Und die funken dem Resonanzen-Team und Inéz Schaefer ganz schön dazwischen. Denn ursprünglich wäre sie derzeit auf Tour gewesen, hätte für das Festival nicht die ganze Zeit zur Verfügung stehen können. Doch ihre Tour wurde verschoben. „Da hatte ich also Glück im Unglück, dass ich jetzt hier bin und das Resonanzen-Festival ganz miterleben kann“, sagt sie.

Bisher ist die künstlerische Leitung mit dem Verlauf des Festivals zufrieden. Trotz Corona. Auch wenn das viel zusätzliche Arbeit macht. „Wir müssen viel umdenken und planen. Zwei Konzerte sind kurzfristig abgesagt worden, weil die Musiker aus Risikogebieten gekommen wären. Dafür sind dann andere Musiker eingesprungen. Jeden Tag rechnen wir mit weiteren Änderungen“, erklärt sie.

Aber dann sagt sie auch, dass das Festival in dieser Version zum ersten Mal stattfindet, dass es keine Vorlagen gibt, die man kopieren kann, dass sich alles erst etablieren muss. „Und dafür läuft es richtig gut. Wir sind sehr glücklich“.

Viele Veranstalter und Clubbesitzer würden mitmachen, obwohl es sich für sie nicht wirklich finanziell lohnt. „Manche Veranstalter vor Ort dürfen im normalen Kneipenbetrieb 50 Leute einlassen, bei einem Konzert aber nur 25 Gäste. Das sind dann schon sehr wenige. Und wir hätten die Veranstalter doch gerne in dieser Situation unterstützt“, erklärt sie. Aber trotzdem würden sie mitmachen, lobt sie. Die Eintrittskarten muss man sich online besorgen, oft gehe das auch noch kurz vor Beginn der Konzerte.

Am heutigen Donnerstagabend, 8. Oktober, spielt Inéz Schaefer dann selbst mit ihrem Projekt „Ätna“ in der Garage. „Ätna“ ist ein deutsches Electronic/Independent-Duo, das sie mit Demian Kappenstein 2016 in Dresden gegründet hat. Bisher haben sie ein Album veröffentlicht. Und gerade wurde ihnen der von einer hochkarätig besetzten Jury verliehene „Anchor Award“ überreicht.

„Wir kommen beide aus der Jazzmusik, aber wir spielen keinen Jazz. Unsere Musik ist elektronisch, mit Synthesizern und Verfremdungen“, erklärt Inéz Schaefer. Und dann berichtet sie noch, dass „Ätna“ bereits in London, Amsterdam aufgetreten ist, und demnächst stehen Konzerte in Österreich und der Schweiz an.

Und da wegen Corona viel improvisiert werden muss beim Resonanzen-Festival, kann es sogar sein, dass „Ätna“ am Freitagabend spontan noch einmal in Saarbrücken auftreten.
https://resonanzenfestival.de
www.facebook.com/ResonanzenFestivalSaar/

https://atnaofficial.com