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Neue Reihe Schaufenster-Konzerte
„Schockverliebt“ in ein Schaufenster

„Die Indie-Szene fristet im Saarland leider ein stiefmütter-
liches Dasein“, sagt Jörg Mathieu. Da wollen er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter nun Abhilfe schaffen. Nächste Woche geht es los.
„Die Indie-Szene fristet im Saarland leider ein stiefmütter- liches Dasein“, sagt Jörg Mathieu. Da wollen er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter nun Abhilfe schaffen. Nächste Woche geht es los. FOTO: Alex Wolfanger/Mathieu / Alex Wolfanger
Saarbrücken. Jörg Mathieu und seine Indiera-Promo veranstalten Konzerte im Nachtclub Blau. Und zwar oben, wo auch Passanten was davon haben. Von Sebastian Dingler

Ob nun die neue Singer/Songwriter-Reihe namens Guerilla-Sessions, die Aktivitäten des Studios 30 in der Mainzer Straße oder jene des Haifischblut Collectives – in Saarbrücken tut sich einiges in Sachen Popkultur.


Möglicherweise sind das die Früchte des Pop-Rats, jenes Zusammenschlusses von Musikerinnen und Musikern, Veranstaltern und Kulturschaffenden, bei dem alle Fäden zusammenlaufen.

So ist das auch bei der neuen Veranstaltungsagentur namens Indiera Promo. Pop-Rat Jörg Mathieu ist da zusammen mit seinem Bruder Horst und seiner Lebensgefährtin Annette Gieseking beteiligt. „Angefangen haben wir mit der Eröffnungsshow des Studios 30 im Dezember 2017, als wir die belgischen Bands Parade Ground und eine Saarbrücker Vorband gebucht haben“, erzählt der 49-Jährige.



Wie der Name der Firma schon verrät, will Indiera Promo Bands der Indie-Szene nach Saarbrücken holen. „Diese Musiksparte fristet im Saarland leider ein stiefmütterliches Dasein“, meint Jörg Mathieu.

Eigentlich habe man im Studio 30 weitermachen wollen. Nachdem es dort aber nach dem Start noch einige Schwierigkeiten gegeben hatte, ging Mathieu auf die Suche nach einer neuen Location. Fündig wurde er beim Nachtclub Blau, der zentral zwischen Berliner Promenade und Bahnhofstraße liegt.

„Alex Koch hat dort mit seinem Haifischblut Collective bereits zwei Konzerte veranstaltet. Wir waren vor Ort und haben uns quasi in die Location schockverliebt. Uns hat das Ambiente sofort an eine Mischung aus ‚Berlin Live‘ und ‚NightWash‘ erinnert“, erzählt Jörg Mathieu.

Das Tolle am Blau sei vor allem, dass die Konzerte oben im Foyer stattfinden. Dadurch können Passanten die Bands von außen sehen – vielleicht findet der ein oder andere dann den Weg nach drinnen.

Die geplante Konzertreihe von Indiera Promo trägt folgerichtig den Titel „Schaufenster-Konzerte“. Als Erstes werden dort am 14. Dezember die belgischen Newcomer „Imperial Thunfisch“ spielen, unterstützt von den Saarbrücker Alternativrockern Kore, die als Vorband auftreten.

Ansonsten ist die Reihe schon durchgeplant bis Juli 2019. Die Bands aus ganz Europa bekam Mathieu über seine vielen Kontakte in der Konzertbranche, oft auch über Facebook. „Gerade die Belgier und Luxemburger haben es ja nicht weit bis hierher. Wir fragen natürlich auch englische und skandinavische Bands an, aber da scheitert es häufig an den Flugkosten“, erzählt der Veranstalter.

Man wolle aber so weit kommen, dass die Bands bei ihrer Tourplanung auch an Saarbrücken denken. Für die zweite Saison habe man bereits Künstler aus Italien und Mexiko in der Planung. Im Gespräch sei die Agentur auch mit einem Club in Freiburg – da könne man dann den Bands zwei Auftritte im Paket anbieten, an Orten, die nicht allzu weit auseinander liegen.

Die bisherigen Termine der Reihe sind immer als Doppelkonzert geplant – das habe sich einfach so ergeben. Ausschließen für die Zukunft will Mathieu das aber nicht, dass auch mal eine Band alleine spielt. Der Eintrittspreis liegt bei zehn bis zwölf Euro, „darunter geht es nicht“. So „70, 80 Leute“ sollten dann kommen, damit es sich rechnet. Der Pop-Rat unterstützt das Vorhaben, indem er die Sache mit antreibt und bewirbt.