Lebensberatung Bistum Trier: Immer mehr Eltern überfordert

Lebensberatung Bistum Trier : Immer mehr Eltern überfordert

Lebensberatung Saarbrücken des Bistums Trier legt Jahresbericht vor.

Wenn Herr und Frau K. Feierabend haben und ihre beiden Kinder aus der Kita und der Nachmittagsbetreuung abholen, wartet ein strammes Programm auf sie: Einkauf, Haushalt, eigene Termine, Termine der Kinder.  Sie haben oft das Gefühl, dass die Termine ihr Leben bestimmen und nicht sie selbst. Doch sie haben Hilfe in der Lebensberatung Saarbrücken gefunden. „In die Lebensberatung kommen zunehmend Eltern, die erschöpft und überfordert sind von der alltäglichen Vielfachbelastung“, berichtet Maria Weber, Diplom-Psychologin und Leiterin der Lebensberatung. Dieser Stress wirke sich oft auch auf die Kinder aus. Fehlende Zeit und fehlende Selbstbestimmung können schwerwiegende Folgen haben: Angst, depressive oder psychosomatische Reaktionen, Aufbegehren oder Aggression. „In der Beratung versuchen wir gemeinsam mit den Eltern, Freiräume zu entdecken. Ziel ist es, wieder ein Gefühl von Kontrolle über das eigene Leben zurückzugewinnen“, sagt Weber.

So wie Herr und Frau K. haben im vorigen Jahr 967 Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Angebot der Lebensberatung Saarbrücken in Anspruch genommen. 527 weitere Personen nahmen an Elternkursen, offenen Sprechstunden oder Weiterbildungen der Lebensberatung teil, das weist der Jahresbericht 2016 aus. Die wichtigsten Themen bei den Kindern und Jugendlichen waren: Partnerschaftskonflikte der Eltern, deren Trennung und Scheidung, Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten, sogenanntes oppositionelles Verhalten und Probleme mit konsequentem Erziehungsverhalten. Fast 43 Prozent aller beratenen Kinder und Jugendlichen lebten nicht in ihrer Ursprungsfamilie. Für Ratsuchende ist das Angebot kostenfrei. Die Beratungsarbeit kostete 2016 rund 408 000 Euro. Finanziert wurde das Angebot zu fast 52 Prozent durch das Bistum Trier und zu 48 Prozent vom Regionalverband.

Die Lebensberatung Saarbrücken des Bistums Trier befindet sich im  Johannes-Foyer, Ursulinenstraße 67; Tel. (06 81) 6  67 04.

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