Immer mehr alte Ärzte im Regionalverband Saarbrücken

Ärztliche Versorgung : Immer mehr alte Ärzte in Saarbrücken

Bis 2028 erreichen viele Mediziner das Pensionsalter. Werden die Stellen nicht besetzt, droht eine Unterversorgung.

Bis Ende 2028 werden zwei Drittel der Ärzte im Regionalverband 65 Jahre alt sein. Das teilt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in ihrem aktuellen Versorgungsbericht mit. Dies betreffe Chirugen (65,2 Prozent), HNO-Ärzte (61,5 Prozent) und Urologen (68,6 Prozent).

Das gilt auch für Hausärzte, wie die KV berichtet, allerdings liege der Versorgungsgrad aktuell bei 105,4 Prozent, die Versorgung über dem Soll von 100 Prozent ist damit gesichert. Der Versorgunsgrad beschreibt nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums „das Ausmaß, in dem der Behandlungsbedarf durch angemessene Behandlungsangebote gedeckt ist“.

Im Mittelbereich Saarbrücken praktizieren derzeit 170 Hausärztinnen und Hausärzte und der Versorgungsgrad liegt bei 105,4 Prozent. Im Mittelbereich Völklingen, der ebenfalls dem Regionalverband Saarbrücken angehört, sind 56 Hausärztinnen und Hausärzte niedergelassen. Der Versorgungsgrad beträgt 109,2 Prozent. Man geht  bundesweit davon aus, dass ein Hausarzt  im Schnitt 1617 Einwohner betreut.

Das Durchschnittsalter der Hausärzte im Regionalverband liegt bei 55,3 Jahren, das der Kinder- und Jugendärzte mit 54,3 etwas darunter. Zum Stichtag 1. Juli 2018  waren im Regionalverband 226 Hausärzte sowie 30 Kinder- und Jugendärzte tätig. Von diesen 226 Hausärzten werden zum 31. Dezember 2023 insgesamt 71 (31,4 Prozent in der Fachgruppe) das 65. Lebensjahr überschritten haben und von den Kinder- und Jugendärzten elf (36,7 Prozent in der Fachgruppe).

Eine Vorausberechnung der KV Saarland für den 31. Dezember 2028 verdeutlicht, dass die Anzahl der Hausärzte, die 65 Jahre und älter sein werden, auf 118 ansteigt (52,2 Prozent in der Fachgruppe) sowie bei den Kinder-und Jugendärzten auf 17 (56,7 Prozent in der Fachgruppe). Die Annahme, die dieser Berechnung zugrunde liegt, ist, dass Vertragsarztsitze nicht neu besetzt werden, wie die KV mitteilt.

Auch die Zahl der Fachärzte (ohne Psychologische Psychotherapeuten), die zum 31. Dezember 2023 das 65. Lebensjahr überschritten haben, steigt deutlich an. So werden zum 31. Dezember 2023 insgesamt 134 Fachärzte 65 Jahre und älter (32,1 Prozent) und zum 31. Dezember 2028 insgesamt 229 (54,8 Prozent). Somit ist ebenfalls bei den Fachärzten ein Altersanstieg zu verzeichnen.

Saarlandweit nehmen derzeit 2078 Ärztinnen und Ärzte an der haus- und fachärztlichen Versorgung teil. Das allgemeine Durchschnittsalter beträgt 55,2 Jahre, der Altersdurchschnitt für die Hausärztinnen und Hausärzte liegt mit 55,6 Jahren etwas darüber und das der Fachärzte mit 55,1 Jahren minimal darunter. Für die Psychologische Psychotherapie zeigt sich ein ähnliches Bild, zum Stichtag 31. Dezember 2023 sind 61 (34,3 Prozent) Psychologische Psychotherapeuten 65 Jahre und älter und zehn Jahre später 105 (59,0 Prozent in der Fachgruppe).

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, unternimmt die KV eigenen Angaben zufolge bereits seit einigen Jahren erhöhte Anstrengungen, damit keine Versorgungsprobleme entstehen. „In Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium gibt es Stipendien und weitere Fördermöglichkeiten. Unsere Anregungen richten sich daher eher an die Regionen und Gemeinden. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung hat zum Beispiel fünf Indikatorenbündel identifiziert, die die Niederlassung positiv beeinflussen, zum Beispiel gute berufliche Möglichkeiten für den Partner, Betreuungsangebote und schulische Möglichkeiten für Kinder und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie weitere Fördermöglichkeiten.“

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