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Im Stadion Ludwigspark in Saarbrücken könnte bald wieder der Ball rollen

Kostenpflichtiger Inhalt: Blick auf Saarbrückens bekannteste Baustelle : Beim Ludwigspark-Umbau geht’s voran

Trotz der Coronakrise wird im Ludwigspark fleißig gearbeitet. Die Handwerker achten wegen der Seuche auf genügend Abstand zueinander. Nicht die einzige Folge der Pandemie.

Der Ball ruht seit Wochen im Saar-Fußball, aber der Umbau des Ludwigsparkstadions schreitet sichtbar voran. Als wir uns am Montagmorgen (aus gebotener Distanz) die Baustelle angeschaut haben, wurde dort fleißig geschafft. Rund zwei Dutzend Menschen bei der Arbeit haben wir gezählt. Aus dem Saarbrücker Rathaus kamen derweil zuversichtliche Töne: „Wir gehen davon aus, dass dieses Jahr im Stadion noch gespielt werden kann“, sagte Stadtpressesprecher Thomas Blug.

Natürlich vorausgesetzt, die Corona-Lage lässt dies zu. Und möglicherweise könne ja auch in einem noch nicht vollständig umgebauten Stadion gekickt werden. Zum Beispiel, wenn noch Arbeiten an den Nebengebäuden laufen. Blug: „Dazu sind wir auch mit dem DFB und den dort für die Zulassung zum Spielbetrieb verantwortlichen Stadionbeauftragten in Kontakt.“ Eine weitere Steigerung der Kosten, die von ursprünglich 16 auf zuletzt 46,5 Millionen Euro förmlich explodiert waren, musste der Stadtpressesprecher vorläufig nicht verkünden: „Derzeit bewegen wir uns im Gesamtbudget von 46,5 Millionen Euro.“

Auch am Stadionumbau geht die Coronakrise nicht spurlos vorbei. Auf der Baustelle Ludwigspark seien Hygienemaßnahmen veranlasst worden, informiert Blug. Firmen und Bauleiter wüssten, dass nur mit dem notwendigen Mindestabstand gearbeitet werden dürfe. Blug:  „Die Einhaltung der Vorgaben lassen wir regelmäßig durch den Sicherheits- und Gesundheitskoordinator sowie die Bauleitung überwachen.“

Auswirkungen der Coronakrise machen sich nach den Worten des Stadtsprechers zunehmend bemerkbar, etwa Schwierigkeiten beim Bezug von Bau(vor)produkten. Lieferzeiten seien teilweise deutlich erhöht. „Dies schlägt sich natürlich 1:1 auf die Bauleistungen durch“, betont Blug. Welche Verzögerungen daraus resultieren, könne er derzeit nicht sagen. Es werde versucht, über den Bezug von gleichwertigen Alternativprodukten die Verzögerungen zu reduzieren.

Der Baubeginn für den Austausch des Rasens und den Einbau der Rasenheizung ist nach Angaben von Blug für Anfang Juni vorgesehen. Bis Mitte Juli sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Aktuell gehen sowohl die Arbeiten im Außenbereich als auch der Ausbau des Funktionsgebäudes an der Haupttribüne weiter. Im Funktionsgebäude mit Umkleiden, Technik, Veranstaltungsleitung, Einsatzzentrale, Business Club und zwei Kiosken sind die Arbeiten an den Sanitär-, Heizungs- und Lüftungsanlagen nahezu komplett abgeschlossen, wie Blug berichtet. Bodenbelags-, Elektro- und Fliesenarbeiten laufen. Bis Ende Mai solle die Wärmedämmung am Funktionsgebäude fertig sein.

Blug ergänzt, die Montage der Dächer an den drei neuen Tribünen laufe, die Stahlteile seien gesetzt. An der Osttribüne (vor der Saarlandhalle) spanne die zuständige Firma derzeit die Membrandächer. Weiter  gehe es an der Südtribüne (Haupttribüne), danach an der Westtribüne. Blug weiter: „Auf den Tribünen ist die Installation der Wellenbrecher auf der Ost- und der Westtribüne fast abgeschlossen. Ende Mai laufen die Arbeiten zur Sektorentrennung und die Schlosserarbeiten auf dem Dach des Funktionsgebäudes voraussichtlich an. Vorbereitende Arbeiten für die Montage der Sitzschalen haben begonnen. Im ganzen Außenbereich laufen außerdem umfangreiche Kabel-, Erd- sowie Pflasterarbeiten. Die Sanierung der Flutlichtmasten läuft.“

In der Ausschreibung sei  der Bau der Nebengebäude mit Kiosken und Toiletten hinter Ost-, Nord- und Westtribüne inklusive des Innenausbaus sowie die Vergabe des Auftrags für die Lieferung der beiden Videowalls. Außerdem werden laut Blug Ausschreibungen für die Gastronomieausstattung der Kioske und des Funktionsgebäudes, für das Mobiliar, für die Ausstattung der Umkleidekabinen, für Ballfangnetze und das Leitsystem auf dem Stadiongelände mit Beschilderung der Tribünen und Blöcke vorbereitet.

Und dann könnte es immer näher rücken, das erste FCS-Punktspiel im Ludwigspark seit dem 5. Dezember 2015. Damals sorgten die Molschder für einen gelungenen Abschluss im alten Park und siegten vor 3800 Zuschauern mit 4:0 gegen den TSV Steinbach.