Garelly-Haus : Im Garelly-Haus tut sich was

Der Kulturverein USUS vergab am Sonntag seine Förderpreise für junge Kunstschaffende.

Lauter strahlende Gesichter gab es am Sonntag im Saarbrücker Garelly-Haus. Denn der Verein USUS, der das vordem leerstehende Gebäude erfolgreich in einen Ort für Kultur und Subkultur verwandelte, kürte am frühen Abend die Preisträger seines ersten Förderpreiswettbewerbs.

Mit diesen Förderpreisen wolle man Kunstschaffenden, Musikbands und freien Initiativen „Platz für ihre Ideen“ bieten, erklärte USUS-Vorsitzender Matthias Kollmann dazu. Was es zu gewinnen gab? Zum Beispiel die kostenlose Nutzung eines 35 Quadratmeter großen Raums für ein Jahr als Künstler-Atelier plus eine Ausstellung im Haus.

Für diese Kategorie, den „Atelier-Preis“, habe es die meisten Bewerbungen gegeben, sagte Kollmann, was zeige, wie groß der Mangel an Ateliers in Saarbrücken sei. Über diesen „Atelier-Preis“ darf sich nun mit Agnes Müller eine Studentin der Hochschule der Bildenden Künste freuen, die Performances in Schaufenstern macht, im Sommer ihren Master-Abschluss anpeilt und dann im neuen Atelier richtig loslegen kann.

Acht Bands hatten sich um den „Musik-Preis“ beworben. USUS spendiert ihnen zusammen mit dem Poprat Saarland je ein Konzert im Doppelpack im Garelly-Haus, bei dem sich Musiker weder um die Technik noch um die Werbung selbst kümmern müssen.

Der Clou: Per Losverfahren ermittelte Oberbürgermeisterin Charlotte Britz, die gemeinsam mit Regionalverbands-Direktor Peter Gillo auch Schirmherrin der Veranstaltung war, welche zwei Bands zusammen auftreten werden. Das Ergebnis garantierte kontrastreiche Abende: Die Final Heat Band spielt mit Joel Becks und Nathan Birnbaum Trio, die Band go nogo mit Lisa Vuoso und Kevin Q, The Apemen mit Psychopilot und Kai Pirinja Ohrschlawinder mit den Authentics. Die genauen Termine der Konzerte, die im Laufe der nächsten zwölf Monate stattfinden, werden noch bekannt gegeben.

Gespannt sein lässt auch der Gewinner des „Freien-Treff-Preises“, Fadi Hennabi. Der syrische Architekt und Schauspieler, der bei der St. Ingberter Theatergruppe Shams mitspielt, plant nämlich eine „Menschenausstellung“.

Die Gewinnerin des Atelier-Preises, Agnes Müller, und der Gewinner des Freien-Treff-Preises, Fadi Hennawi. Foto: Silvia Buss

Nicht Objekte, sondern Menschen, die gemeinsam etwas auf die Beine stellen, sollen dabei im Mittelpunkt stehen. An zehn Abenden, an denen er das Garelly-Haus für Treffen nutzen kann, will er etwa Workshops mit Volkstümlichem aus Syrien und anderswo, gemeinsames Kochen und den Austausch zwischen den Kulturen fördern.