Ilonka Roos verkauft heiße Maronen in der Bahnhofstraße in Saarbrücken

Leckeres aus der Landeshauptstadt : Die Frau mit Gespür für leckere Maronen

Die Burbacherin Ilonka Roos verkauft seit 40 Jahren heiße Maronen, gebraten auf Holzkohle. Den Ofen hat ihr Mann selbst gebaut.

Seit 40 Jahren verkauft Ilonka Roos heiße Maronen. Und das mit Leib und Seele. „Es macht mir immer noch großen Spaß“, versichert die 60-Jährige in ihrem Häuschen mit angebauter Lokomotive in der Saarbrücker Bahnhofstraße. Und sie fügt hinzu: „Wenn ich was mache, dann richtig. Oder gar nicht.“ Ein paar Steinwürfe weiter betreibt die Familie noch einen zweiten Stand mit heißen Kastanien. Vier Familienmitglieder teilen sich die Arbeit. Das sind neben Ilonka Roos ihr Ehemann Heinrich, ihr Sohn Heinrich junior und dessen Ehefrau Melanie.

„Wir sind ein reiner Familienbetrieb, eine Schaustellerfamilie“, sagt Ilonka Roos. Etwa zwei Drittel des Jahres zieht das Quartett mit seinen Buden („Früher hatten wir Fahrgeschäfte, aber diese Zeiten sind vorbei“) von Kirmes zu Kirmes, in der verbleibenden Zeit verkauft es heiße Maronen. Und das tut Ilonka Roos eben mit Begeisterung. Sie könne nicht einfach an den nächsten Baum gehen und die Kastanien dort runterschütteln, erzählt die gebürtige Burbacherin. Die Maronen, die Familie Roos an ihren Ständen anbietet, kommen von Plantagen im Süden. „Gerade haben wir italienische im Angebot“, berichtet Ilonka Roos, in anderen Jahren stammen die Kastanien aus Frankreich oder aus Portugal. Eine Tüte mit zehn Stück kostet in dieser Saison drei Euro, die Familientüte mit 36 Stück ist für zehn Euro zu haben.

Zuvor hat Ilonka Roos die Kastanien auf Holzkohle gebraten. Wie lange das dauert, hänge von der Dicke der Früchte ab, die aktuellen italienischen brauchen zwischen 15 und 20 Minuten, erzählt die Fachfrau. Man müsse halt ein Gefühl dafür entwickeln, spricht sie aus Erfahrung. „Vor dem Braten werden die Kastanien eingeschnitten, sonst würden sie im Ofen explodieren“, betont Ilonka Roos. Der Ofen ist übrigens, wie das Häuschen mit angefügter Lokomotive, Marke Eigenbau ihres Mannes. Auf der untersten Ebene liegt die Holzkohle, darüber sind drei Schubladen für die Maronen angeordnet.

Der Ofen strahlt zwar Hitze ab, aber ins Schwitzen kommt Ilonka Roos eher selten, wenn sie ihre Kunden bedient. „Ich kriege schon kalt in meinem Häuschen“, sagt die 60-Jährige. Bei den gegenwärtigen Temperaturen sei es noch gut auszuhalten, „aber wenn’s draußen richtig friert, stehe ich mit Mütze und Schal am Ofen“. Und mit dicken Handschuhen, aber die trägt sie immer, wenn sie Kastanien brät.

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