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Historisches Museum in Saarbrücken am Schlossplatz wird erneuert

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarbrücken : Historisches Museum am Schlossplatz wird erneuert

2700 Quadratmeter Ausstellungsfläche sollen modernisiert werden. Das wird richtig viel kosten und Jahre dauern.

Es ist in Schüben gewachsen, das 1986 vom Stadtverband Saarbrücken gegründete Historische Museum Saar, das die Geschichte der Region mal anders, „von unten“, erzählen sollte. Und man sieht es ihm bis heute an. Nur Teile der Präsentation entsprechen noch dem heutigen Inszenierungs-Stil, wirklich stimmig wirkt die Gesamt-Komposition nicht. Das soll sich ändern, kündigt Regionalverbandschef Peter Gillo (SPD) gegenüber der SZ an. Das Historische Museum Saar bekommt eine Rundum-Modernisierung, wird sich neu erfinden und museumspädagogisch im 21. Jahrhundert landen.

In dem von Gottfried Böhm entworfenen Gebäude, „Schneewittchensarg“ genannt, ist dies ein mehr als ehrgeiziges Vorhaben. Seit 1993 hat das alltagsgeschichtlich ausgerichtete Museum seinen Sitz in dem verschlossen wirkenden Neubau am Rand des Schlossplatzes, der sich im Untergeschoss mit historischen Räumen verzahnt. Die verwinkelte Wegführung erwies sich von Anfang an als problematisch, zumal eine Gestapozelle aus der NS-Zeit wie auch unterirdisch ergrabene Burgreste und Kasematten integriert werden mussten.

Erst 2008 war überhaupt ein chronologischer Rundgang komplett, von 1870 bis 1959. Und der wirkt jetzt arg in die Jahre gekommen, Sonderausstellungen allein machen den altmodischen Eindruck nicht mehr wett. Deshalb wird laut Regionalverbands-Direktor Gillo eine Komplett-Renovierung in Angriff genommen. Es soll ein völlig neues Raumkonzept geben, endlich ein Museum aus einem Guss entstehen.

Vorgesehen sei, den Rundgang nicht mehr in den 50er Jahren enden zu lassen, sondern ihn bis in die 90er Jahre zu führen. Dazu werden laut Gillo dieses Jahr konzeptionelle Vorarbeiten anlaufen. Doch bis der Relaunch für die Groß-Fläche von 2700 Quadratmetern realisiert wird, könnte es nach SZ-Informationen Jahre dauern. Geplant ist offensichtlich keine Erneuerung auf einen Schlag, sondern ein prozesshaftes Vorgehen, auch, um die finanziellen Ressourcen zu schonen. Jetzt schon über Kosten zu spekulieren, sei unseriös, meint Gillo.

Unabhängig von diesen für Regionalverband und Land kostenintensiven innenarchitektonischen und inhaltlichen Museums-Veränderungen muss aber auch der Gebäude-Bestand an sich renoviert werden. Laut Gillo hat die Eigentümer-Gesellschaft, die Aufbaugesellschaft Schloss, eine umfassende Gebäudesanierung (Fußböden, Toiletten) vor. Das werde aber frühestens ab 2023 passieren.

Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD). Foto: Regionalverband/Iris Maurer/[iris_maurer]

Dem Historischen Museum Saar steht also eine ähnlich grundsätzliche Veränderung bevor wie sie die erweiterte Moderne Galerie hinter sich hat. Das Museum wird nach heutigem Kenntnisstand während all der Umbauten jedoch nicht geschlossen, sondern bleibt teil-geöffnet.