Hilfe für Frauen, die sich beim Ausgehen in Saarbrücken belästigt fühlen

Kostenpflichtiger Inhalt: Jamaika-Koaltion fordert Frauennotruf : „Luisa“ soll auch Saarbrücker Frauen helfen

Die Jamaika-Koalition im Stadtrat will ein Projekt aus Münster auf die Landeshauptstadt übertragen.

Die Koalitionsfraktionen CDU, Grüne und FDP im Saarbrücker Stadtrat setzen sich dafür ein, dass das Frauen-Hilfsangebot des Frauennotrufs Münster, „Luisa ist hier“, auch in der Landeshauptstadt umgesetzt wird. Das Hilfsangebot richtet sich primär an Frauen, die sich auf Partys mit einer unangenehmen Situation konfrontiert sehen. Aber auch Männer können davon Gebrauch machen. Mit der Frage „Ist Luisa hier?“ können sich Betroffene an das Personal im Lokal wenden und erhalten diskret Hilfe. „Die Koalition hält die Umsetzung des Projekts für einen wichtigen Schritt zur Gewaltprävention, insbesondere zur Eindämmung sexualisierter Gewalt gegen und sexueller Belästigung von Frauen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Jamaika-Bündnispartner.

Mit der Umsetzung des Projekts „Luisa ist hier“ wolle die Koalition mehr Sicherheit für Frauen schaffen, die in der Stadt ausgehen, sagt die CDU-Stadtverordnete Şirin Özfirat. Die Idee sei simpel: Sehen sich Frauen, etwa in einem Club oder einer Bar, einer unangenehmen Situation ausgesetzt oder werden sexuell belästigt, können sie sich diskret mit der Frage ‚Ist Luisa hier‘ an das dortige Personal wenden. Dieses leistet dann unmittelbar Hilfe, ruft beispielsweise die Türsteher, ein Taxi oder zieht die Polizei hinzu. Welches Hilfsangebot die Betroffenen für nötig halten, entscheiden sie alleine.

Sirin Özfirat sitzt für die CDU im Saarbrücker Stadtrat.  . Foto: BeckerBredel

„Zum einen sinkt durch die diskrete Vorgehensweise sicherlich die Hemmschwelle für Frauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zum anderen geht es insbesondere um Prävention, da durch das unmittelbare Bereitstehen von Hilfe Schlimmeres verhindert werden kann“, erklärt die Stadtverordnete der Grünen, Jeanne Dillschneider.

Jeanne Dillschneider aus der Grünen-Fraktion im Stadtrat Saarbrücken.  . Foto: BeckerBredel

An dem Projekt nehmen Clubs, Bars und andere Einrichtungen in 63 Städten bundesweit teil. Saarbrücken soll sich anschließen. Die beiden Politikerinnen: „Daher beauftragen wir die Verwaltung, die Beteiligungsmöglichkeiten der Landeshauptstadt zu prüfen.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung