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Loostik: Deutsch-Französisches Festival für Kindertheater
Loostik: Hier wachsen Kinder im Kulturglück

In dem Tanzstück Horses stehen Kinder und Erwachsene gemeinsam auf der Bühne. Am 11. November ist es im Le Carreau zu sehen.
In dem Tanzstück Horses stehen Kinder und Erwachsene gemeinsam auf der Bühne. Am 11. November ist es im Le Carreau zu sehen. FOTO: © kurt van der elst | kvde.be
Saarbrücken. Das deutsch-französische Festival für junges Publikum geht in die sechste Runde. Vom 8. bis 14. November gibt es eine Art Perspectives für Kleine. Von Susanne Brenner

Man möchte nochmal Kind sein. Man möchte nochmal ganz von vorn anfangen und zum ersten Mal erleben, wie der Zauber des Theaters entsteht. Wenn man das Programm von Loostik durchblättert – dem deutsch-französischen Festival für junges Publikum –, wird man ein bisschen neidisch auf die Kinder von heute.


Sie können ihre ersten Theater-Erfahrungen machen unter anderem mit einem Stück, in dem aus Ton eine ganze Fabel-Welt entsteht (Géologie d’une fable). Oder mit einem Theater, bei dem die Bühne voller Wasser ist (Ha zwei Oohh). Oder mit einem Tanzstück, in dem Erwachsene und Kinder gemeinsam eine Choreografie zeigen (Horses). Oder oder oder. . .

Was am Donnerstagmorgen bei der Pressekonferenz von Loostik im Theater im Viertel als Programm präsentiert wurde, macht jedenfalls unbändige Lust auf Hinschauen, Hinhören, Hinfühlen. Vom 8. bis 14. November findet die nunmehr sechste Auflage des grenzüberschreitenden Festivals statt. Die Forbacher Nationalbühne Le Carreau und die saarländische Stiftung für deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit – unter deren schützendem Dach auch die erfolgreichen Festivals Perspectives und europäische Kinder- und Jugendbuchmesse zuhause sind – arbeiten hier zusammen. Zum Nutzen für alle. Und eigentlich schon drei Jahre länger als man ursprünglich zu hoffen wagte.



Denn, so erzählte es die Stiftungsvorsitzende Doris Pack bei der Pressekonferenz, Loostik entstand ja einst dank eines EU-Projektes zur Stärkung grenzüberschreitender Projekte. In diesem speziellen Fall war die Stärkungs-Absicht enorm erfolgreich: Als nach drei Jahren das Projekt und damit die EU-Finanzierung auslief, sprang das saarländische Kultusministerium ein und sicherte einen Teil des 160 000-Euro-Gesamtetats. Das Konzept von Loostik war einfach zu gut, das wollte man behalten. Wo gibt es schon ein Theaterfestival, das sogar ganz kleinen Kindern die Möglichkeit gibt, den Sprung über die jeweilige (Sprach-)Grenze zu machen.

Wie wichtig Loostik eingeschätzt wird, zeigte sich auch am üppig besetzten Podium im Theater im Viertel. Neben Doris Pack waren die französische Generalkonsulin Catherine Robinet da, die Kultur-Staatsekretärin Christine Streicher-Clivot, Clara Nieden von der Region Grand Est kam extra aus Straßburg, die Forbacher Kulturbeauftragte Denise Kordzinski und der Präsident des Le Carreau Eric Roger. Sie alle wurden nicht müde, zu betonen, wie sehr sie dieses Festival mögen. „Es ist ein Höhepunkt im Angebot der deutsch-französischen kulturellen Arbeit, die wir machen“, meinte etwa Streicher-Clivot.

Wer den beiden künstlerischen Leiterinnen Martha Kaiser (auch Co-Chefin des Festivals Perspectives) und Laurence Lang (in Vertretung von Carreau-Chefin Fabienne Lorong) zuhörte und dabei im Programm blätterte, konnte die allgemeinen Lobeshymnen durchaus nachvollziehen.

Es ist ein Programm, das ein bisschen so ist, wie ein Perspectives-Festival für die Kleinen. Jede Menge visuelles Theater, Tanztheater, eine deutsch-französische Kinderoper („Ritter Odilo und der strenge Herr Winter“ in Zusammenarbeit mit dem Saarländischen Staatstheater), und mit dem Stück „Popcorn“ erstmals sogar eine Art neuer Zirkus. Es gibt ein Stück, bei dem live gezeichnet wird („Die Königin ist verschwunden“), Kinderkino und sogar eine multimediale Arbeit der Gruppe La Cordonnerie, die eine Art Ali-Baba-Western gedreht hat, den sie live mit Geräuschen und Musik begleitet. Wer dieses Jahr bei den Perspectives war, erinnert sich an Ähnliches.

Die Aufführungen in Saarbrücken finden im Theater im Viertel, im Theater Überzwerg, in der Alten Feuerwache und im Kino Achteinhalb statt. In Forbach sind unter anderem Carreau und die Synagoge dabei. Dazu gibt es Workshops in Jonglage, Oper und Kino-Theater und zwei Festivalclubs „Chez Loostik“ – einen in der Forbacher Mediathek, einen im Saarbrücker Theater im Viertel. Hier können die Kinder während der Festivaltage nicht nur spielen und basteln, es gibt auch Erzählstunden, in denen Geschichten in deutscher und französischer Sprache vorgelesen werden.

Der Vorverkauf beginnt ab sofort. Wer sich persönlich informieren möchte: Am Samstag und Sonntag ist Loostik mit einem Stand bei der europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse vertreten. Die findet in der Alten Kirche am St. Johanner Markt statt am Cora-Eppstein-Platz beim Mocca Chili. Hier kann man dann auch bereits Karten kaufen.

Loostik eröffnet am 8. November im Le Carreau in Forbach mit „Géologie d’une Fable“, einem Objekttheater für Kinder ab fünf Jahren. Die Karten kosten zwischen 5 und 10 Euro. Das vollständige Programm, die Spielorte und aktuelle Informationen gibt es bereits im auf der Internet-Seite des Festivals.
www.loostik.eu

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