1. Saarland
  2. Saarbrücken
  3. Landeshauptstadt

In der VHS sollen alle (fast) alles lernen können: Hier sollen alle (fast) alles lernen können

In der VHS sollen alle (fast) alles lernen können : Hier sollen alle (fast) alles lernen können

Die neue Direktorin der VHS hat viele Pläne und will vor allem auch die junge Generation für die Angebote begeistern.

„Als ich das erste Mal ins Alte Rathaus eingetreten bin, war ich ganz ehrfürchtig“, erinnert sich Carolin Lehberger. Der prächtige Marmorboden und die herrschaftliche Lage der Volkshochschule (VHS) im Alten Rathaus direkt gegenüber des Saarbrücker Schlosses haben einen bleibenden Eindruck bei der 37-Jährigen hinterlassen. Lehberger ist seit April dieses Jahres die neue Direktorin der VHS des Regionalverbandes Saarbrücken und Nachfolgerin von Wilfried Schmidt.

Motiviert, engagiert und positiv gestimmt, so wirkt es im Redaktionsgespräch, geht Lehberger, die vorher als Bildungsexpertin für die Arbeitskammer des Saarlandes tätig war, an ihre neue Aufgabe heran. Vieles hat sie vor, vieles will sie ändern und erneuern. Und an Ideen fehlt es der Frau mit der positiven Ausstrahlung nicht.

„Ich habe jetzt natürlich erst mal ganz viel Gestaltungsspielraum und möchte vor allem auch das Jugendprogramm der VHS aus dem Dornröschenschlaf erwecken.“ Die neue VHS-Direktorin hat es sich zur Aufgabe gemacht sich einer jüngeren Zielgruppe anzunähern und für diese attraktive Angebote zu schaffen. Auf die Frage, ob das Image der VHS angestaubt sei, reagiert die Erziehungswissenschaftlerin aber fast empört: „Die VHS ist eine Marke, die definitiv eine Berechtigung hat und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und in der Schweiz. Die VHS ist extrem vielfältig aufgestellt und bedient Kultur, Sprachen und Kreativität.“ Ebenso bewundernswert seien zudem die Teilnehmerzahlen, die im Saarland weit über 30 000 reichen und trotz des demografischen Wandels immer gleich geblieben sind. „Das spricht doch Bände“, sagt die Riegelsbergerin überzeugt.

Änderungsbedarf gibt es aus Sicht von Lehberger bei der VHS vor Ort allerdings dennoch: Den Programmbereich „Junge VHS“ hat sie zusammen mit ihrem Team mittlerweile ausweiten können und auch ein Sommerprogramm für Kinder und Jugendliche erstellt. „Wir haben in unserem neuen Programm 70 Angebote für junge Menschen.“ Vom einwöchigen Bootcamp English bis hin zu Upcycling und Medienkompetenz-Kursen ist für die jungen Leute alles dabei. Lehbergers persönliches Highlight ist aber das Muscialprojekt „Les Misérables“, das Teil des Sommerprogramms ist.

Der neuen VHS-Chefin liegt nicht nur das Angebot für die jüngeren Generationen am Herzen: „Auch im Bereich für andere Altersgruppen haben wir unheimlich viel geplant. Wir möchten immer neue Themen aufgreifen und interessante Kurse anbieten.“. Zum einen soll es unter ihrer Leitung ein größeres Angebot an Mehrgenerationen-Kursen geben, an denen ganze Familien teilnehmen können. Zum anderen hat Lehberger aber auch die Angebote für Senioren fest im Blick: „Im Herbst wird es einen Kurs zum Thema Sicherheit im Alter geben, in dem die Teilnehmer Ju-Jutsu -Techniken lernen.“

 Neben den programmlichen Änderungen möchte Lehberger die bestehenden Formatstrukturen lockern. Sie will weg vom klassischen VHS-Format, in dem zum Beispiel viele Kurse an einem Wochentag von 17 bis 19 Uhr stattfinden. „Ich gehe da auch von mir selbst aus. Ich habe zwei Kinder und arbeite Vollzeit. Ich wüsste jetzt schon, dass ich den Kurs immer mal wieder ausfallen lassen müsste.“ Die 37-Jährige möchte hin zu Kompaktkursen, denn diese seien für viele einfach praktischer.

 Das Besondere an der VHS sei, sagt die Leiterin, dass man hier miteinander lernt. „Hier werden niedrigschwellig Inhalte für das Volk transportiert. Die VHS soll alle mitnehmen und das unabhängig von Bildungsstand oder Herkunft.“ Deswegen sind auch Projekte außerhalb der VHS-Räumlichkeiten, etwa in Kinder- und Jugendhäusern geplant. Dort sollen vereinzelt Kurse kostenfrei angeboten werden. Lehrberger spricht dabei von aufsuchender Bildungsarbeit. Ein Aspekt, den sie für eine öffentlich finanzierte Einrichtung als unablässig ansieht.

 Die neue Leiterin will mit ihren Plänen und Ideen dafür sorgen, dass ein VHS-Kurs durchaus für jeden etwas bereithalten kann. Tablet-Kurse etwa seien gerade bei den älteren Generationen beliebt, Aber man kann bei der Volkshochschule auch zum Beispiel Thailändisch oder Koreanisch lernen. Auf dieses breite Angebot ist die neue VHS-Chefin besonders stolz und möchtet dieses auch in Zukunft immer weiterentwickeln.