E-Werk : Heiligabend-Aktion bedarf guter Vorbereitung

Am 24. Dezember gibt es für Arme und Einsame eine Weihnachtsfeier im E-Werk. Rund 800 Gäste werden erwartet.

Weihnachten ist das Fest der Familie, der Liebe, des guten Essens und der Geschenke. Was aber, wenn das Geld nicht für eine warme Mahlzeit, geschweige denn für Geschenke reicht? Oder man ganz alleine und einsam ist? Die evangelische und die katholische Kirche in Saarbrücken laden auch in diesem Jahr am 24. Dezember alleinstehende und wohnungslose Bürger zu einer Heiligabend-Aktion ins E-Werk auf den Saarterrassen in Burbach ein. Die Organisatoren rechnen bei der mittlerweile 49. Aktion mit rund 800 Gästen. Von 14 bis 19 Uhr wird ein kostenloses Programm angeboten mit Kaffee und Gebäck, Musik, Geschenken und einem Abendmenü. Zwar wollen die Organisatoren niemanden von der Aktion ausschließen, Einlass ist aber nur bis 16 Uhr – um zu verhindern, dass es in der Halle zu voll wird.

Solch ein Großprojekt bedarf einer perfekten Vorbereitung, mit der Diakon Horst-Peter Rauguth, Pastoralreferent Heiner Buchen und Alexandra Klein von der Fachstelle Plus für Kinder- und Jugendpastoral schon Monate zuvor beginnen. Seit 2008 findet die Aktion aus Kapazitätsgründen im E-Werk statt. Die Stadt stellt das Gebäude kostenlos zur Verfügung.

Rund 100 Ehrenamtliche sind über die Feiertage im Einsatz. Am kommenden Samstag muss das E-Werk für die Gäste hergerichtet werden. Die Tische werden aufgestellt, die Halle dekoriert. An Heiligabend servieren die Helfer den Besuchern das Essen, schenken Getränke aus und kümmern sich um die Garderobe. Und am ersten Werktag nach Weihnachten muss die Halle auch wieder geräumt werden. „Diese Arbeiten müssen wir koordinieren“, sagt Raugarth. Das sei nicht immer einfach, vor allem bei der Essensausgabe. Dafür werden vier Stationen aufgebaut. Jeder Helfer wird genau eingewiesen. Beispielsweise dürfen nur zwei Teller auf einmal serviert werden – und  die Tischreihenfolge muss eingehalten werden, damit jeder Gast zeitnah sein Essen bekommt.

Viele der Ehrenamtlichen seien seit Jahren dabei, kennen die Abläufe, sagen die Organisatoren. Mit der Zeit habe aber auch mehr und mehr Professionalität Einzug gehalten. So gibt es einen Geschirrverleih, der die Teller, Tassen und Bestecke auch dreckig zurücknimmt. Für den Transport der Dekorationsmaterialien und Weihnachtsbäume leiht das Team einen Lkw mit Hebebühne. Außerdem werden eine Sicherheitsfirma sowie ein Toilettendienst engagiert. Sanitäter der Malteser stehen für den medizinischen Notfall bereit.

Mittlerweile kommen auch immer mehr Familien mit Kindern zur Aktion. Für die Kleinen wird eine extra Betreuung durch Erzieher und Pädagogen angeboten. Die Erwachsenen erwartet ein Programm aus musikalischen und tänzerischen Darbietungen. Die Künstler treten kostenlos auf, erhalten aber eine kleine Aufwandsentschädigung, beispielsweise für Notenblätter, erklärt Heiner Buchen.

An Heiligabend dürfen Geschenke natürlich nicht fehlen. Jeder Gast bekommt eine Geschenketasche mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln. Die Kinder erhalten Mal- und Bastelsachen. Mit Essen und Geschenken rechnen die Organisatoren mit rund 30 Euro pro Person.

Zudem investiert das Team regelmäßig in Infrastruktur. Zum Beispiel in eine Spülmaschine, um zwischendurch etwas spülen zu können, oder in eine „Ameise“, um den Transport der Tische zu erleichtern. Insgesamt kostet die Heiligabend-Aktion 35 000 Euro, die ausschließlich durch Spenden zusammenkommen.

Nach der Aktion treffen sich alle zum Nachgespräch, um aus den Erfahrungen zu lernen. „So eine Veranstaltung ist wie ein lebendiger Organismus“, sagt Buchen. Jedes Jahr gebe es neue Aspekte, die genauer diskutiert werden müssen.

Finanziert wird die Heilig-Abend-Aktion ausschließlich aus Spenden. Wer noch mit einer Spende helfen will, ist herzlich dazu eingeladen: Spendenkonto mit der IBAN DE57 5905 0101 0000 0901 75 bei der Sparkasse Saarbrücken. Weitere Infos beim Team der Heiligabend- Aktion: Tel. (0681) 90 68 133.