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Wilhelm-Heinrich-Brücke
Hält die Brücke dem Härtetest stand?

Für die Baustellen-Zeit auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke plant die Feuerwehr mit Ersatzrouten.
Für die Baustellen-Zeit auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke plant die Feuerwehr mit Ersatzrouten. FOTO: Heiko Lehmann
Saarbrücken. Die Osterferien sind zu Ende, die Arbeiten an der Wilhelm-Heinrich-Brücke gehen weiter. Viele befürchten ein Verkehrschaos. Von Heiko Lehmann

Glaubt man vielen Bürgern der Stadt Saarbrücken oder Angestellten, die in der Stadt arbeiten, dann beginnt heute Morgen ab 6.30 Uhr das Chaos rund um die Wilhelm-Heinrich-Brücke.


„Die Ferien sind zu Ende. Die Schüler sind wieder unterwegs, und viele Berufstätige gehen wieder zur Arbeit. Das gibt am Montag in jedem Fall Chaos“, sagt Giuseppe Vitello. Der Italiener ist im Vorstand der Taxigenossenschaft Saarbrücken. Mit seinem Taxi steht er regelmäßig in der Dudweiler Straße und muss sehr oft am Tag über die Wilhelm-Heinrich-Brücke fahren. In der vergangenen, ersten Woche der Großbaustelle auf der Brücke gab es noch kein Chaos. „Die Umsätze bei uns Taxifahrern sind trotzdem zurückgegangen. Es wollten deutlich weniger Leute mit dem Taxi fahren. Außerdem hat es sich schon in der Ferienzeit ständig mehrere 100 Meter von der Brücke zurückgestaut“, so Vitello.

Während die Taxifahrer bereits nach der ersten von insgesamt 28 Baustellen-Wochen klagen, ist man beim Saarländischen Verkehrsbund (Saar-VV) zufrieden mit dem Start in die Schnupper-Abo-Saison. Pünktlich zum Baustellenbeginn hat der Saar-VV sein Schnupper-Abo auf den Markt gebracht. „Wir haben bereits 55 Abos verkauft und sind mit dem Ergebnis zufrieden“, erklärte Peter Gentes, Saar-VV-Pressesprecher. Durch den ab heute steigenden Berufsverkehr befürchten Geschäftsleute in der City weniger Umsatz, da viele Kunden wohl das Zentrum Saarbrückens meiden werden. „Wir haben die Baustelle schon in der ersten Woche gemerkt. Normalerweise kommen mehr Kunden zu uns. Ich glaube, dass es ab Montag noch weniger werden“, sagt eine Verkäuferin eines Tabakwarenladens in der Bahnhofstraße.



Auch für die Rettungsdienste dürfte das Überqueren der Wilhelm-Heinrich-Brücke ab heute richtig problematisch werden. Auf der einen Hälfte der Brücke wird gearbeitet, und auf der anderen Hälfte führen zwei Spuren in die Stadt hinein und zwei wieder heraus. Alle vier Spuren waren bereits in der ersten Woche so stark befahren, dass es dort kaum möglich scheint, eine Rettungsgasse bilden zu können. Bereits am vergangenen Freitag kam ein Feuerwehrauto trotz Signale durch das Martinshorn nicht von der Stelle. Die Feuerwehrleute gestikulierten zwar wild im Auto, doch die Straße war dicht. Stadtsprecher Robert Mertes erklärt: „Die Planungen zur Sanierung der Wilhelm-Heinrich-Brücke stimmt die Stadtverwaltung intern natürlich auch sehr eng mit der Feuerwehr ab. Die Feuerwehr hat Einsatzplanungen erstellt, die in erster Linie eine Umfahrung der Wilhelm-Heinrich-Brücke und damit alternative Anfahrtswege für die Rettungskräfte vorsehen. Außerdem werden in der Haupteinsatzzentrale die aktuellen Verkehrsmeldungen bei der Auswahl der jeweiligen Routen berücksichtigt.“

Bei der Polizei gibt es eine solche Regelung nicht, das teilte die Pressestelle der Polizei mit. Bei der Baustellenplanung wurden zur Einrichtung der vielen Umleitungen Verkehrszählungen ausgewertet und Verkehrsströme gemessen. Ob diese Planungen dem drohenden Chaos am Montagmorgen standhalten, wird sich heute in der Früh von etwa 6.30 bis 7.30 Uhr zeigen.