Schüler schießt St. Arnual in die Bezirksliga

Der FC gewinnt das Entscheidungsspiel gegen den SV Schafbrücke und steigt auf, während der Verlierer eine zweite Chance erhält.

Der Anpfiff war zwei Stunden und 56 Minuten her. Das Entscheidungsspiel in Güdingen um die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A Halberg zwischen dem FC St. Arnual und dem SV Schafbrücke zog sich - mit vielen Unterbrechungen - bis in die Verlängerung. Dann machte der Spieler im Trikot mit der Nummer fünf alles klar. Dank des 1:0-Sieges am Mittwochabend durch das Tor von Kevin Schüler steigt St. Arnual in die Bezirksliga auf.

"Das Gefühl ist unbeschreiblich. Wir haben Kampfgeist bewiesen, gut gespielt - und als ich am Ende den Ball auf den Fuß bekommen habe, habe ich mir gedacht: Einfach nur schießen!", sagte Schüler nach dem Abpfiff, als seine Mannschaftskollegen den Platz schon zur Partymeile umfunktioniert hatten. Schafbrückes Kapitän Sascha Ehrhardt erklärte enttäuscht: "Es ist natürlich bitter - beide Mannschaften hätten die Meisterschaft verdient. Am Ende war es einfach das Glück, das das Spiel entschieden hat." Verlierer Schafbrücke bekommt aber noch eine zweite Chance, um ebenfalls aufzusteigen. Der SV tritt am kommenden Sonntag um 15 Uhr in der Relegation im Viertelfinale gegen den FSV Hemmersdorf II, Vizemeister der Kreisliga A Prims, an. Das Spiel findet in Hostenbach statt. Der Gewinner der Partie spielt im Halbfinale am 31. Mai gegen die FSG Schmelz/Limbach II. Der Vizemeister der Kreisliga A Hochwald besiegte am Mittwochabend im Viertelfinale den VfB Luisenthal, Vizemeister der Kreisliga A Warndt, mit 6:2.

Die Partie in Güdingen begann mit einem Schreckmoment. Nach fünf Minuten zog sich St. Arnuals Stefan Schmidt im Zweikampf mit Schafbrückes Torwart Marc André Albrecht einen Schien- und Wadenbeinbruch zu - zwei Krankenwagen rückten an, das Spiel war eine halbe Stunde unterbrochen. Nach Wiederanpfiff ging es munter weiter - gefühlt jeder Spieler auf dem Platz durfte einmal foulen. Nach elf Minuten Spielzeit musste mit Mike Kuhl bereits der zweite St. Arnualer verletzt das Spielfeld verlassen.

In der Folge entwickelte sich zum ersten und einzigen Mal in der Begegnung Spielfluss - vor allem Geburtstagskind Manuel Küntzer aus St. Arnual sowie Oliver Knapp bei den Schafbrückern tauchten immer wieder vor dem gegnerischen Tor auf, vergaben aber ihre Chancen. Auch in der zweiten Halbzeit gab es neben Fouls vor allem Ballverluste und vergebene Möglichkeiten. Trotz der Einwechslung von Kevin Schaus, der in der Liga 40 Mal gejubelt hatte, schaffte es vor allem St. Arnual nicht, den Ball im Tor unterzubringen.

"Da war natürlich Nervosität dabei - die meisten von den Jungs haben noch nicht vor so vielen Leuten gespielt. Das hat dann auch den Spielfluss gestört", sagte FC-Trainer Daniel Ruck mit Blick auf die 1026 Zuschauer: "Das Spiel hätte eigentlich keinen Sieger verdient, dafür haben beide Mannschaften zu viel gekämpft. Wir waren über die Saison gesehen aber besser und steigen deswegen verdient auf. Mir fällt ein Riesenstein vom Herzen." Weil kurz vor dem Ende der Verlängerung, als sich alle auf das Elfmeterschießen eingestellt hatten, Schüler in der 118. Minute das Leder nach einem Eckball aus 20 Metern im Tor versenkte - und seine Mannschaft zur Meisterschaft und Schafbrücke in die Relegation schoss. "Wir haben viel Kraft investiert und waren auf Augenhöhe mit St. Arnual - leider hatten wir nicht das Glück auf unserer Seite", sagte Schafbrückes Kapitän Ehrhardt.