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Jetzt ist Schluss mit dem Geflügelfüttern

Güdingen. An der Güdinger Schleuse haben sich Gänse und Enten rasant vermehrt. Schuld daran – so glaubt das Wasser- und Schifffahrtsamt – sind vor allem die Spaziergänger, die den Tieren Brot und andere Leckerbissen hinwerfen. asta

Ein Wochenendspaziergang mit Enten- oder Gänsefütterung - das ist nicht nur bei kleinen Kindern sehr beliebt. Die wohl bekannteste Stelle dazu war in Saarbrücken bis vor Kurzem am Saarufer an der Güdinger Schleuse. Nahe der Gaststätte "Zur wilden Ente" wackeln dort zahlreiche freie Enten und Gänse umher.

Aber die Leute dürfen ihnen nun kein trockenes Brot mehr zuwerfen: Das Wasser- und Schiff-fahrtsamt Saarbrücken hat vor einigen Wochen Schilder aufgestellt, die das Füttern der Tiere verbieten.

Aber was sind eigentlich die Gründe für das Verbot? Elisabeth Richard, stellvertretende Amtsleiterin des Wasser- und Schifffahrtsamts Saarbrücken, erklärt: "Die Population der Tiere hat in der letzten Zeit einfach zu stark zugenommen. Und das Füttern hat dazu beigetragen." Zurzeit gibt es an der Saar alleine zwischen 80 und 90 gezählte Gänse. Unter der starken Enten- und Gänsepopulation würden beispielsweise die Böschungen am Saarufer leiden, die inzwischen fast frei von Vegetation seien. Außerdem komme es zu Verunreinigungen der Gehwege und Flächen rund um den Fluss. Und nicht zuletzt ziehe das Füttern der Enten eben auch andere Tiere wie Ratten an.

Wenig Verständnis für das Verbot zeigt Axel Hagedorn. Er ist der 1. Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu) Brebach-Fechingen und sagt: "Der Einfluss des Fütterns auf die Population der Tiere ist nach meiner Ansicht zu vernachlässigen. Und die Ratten bekommt man ohnehin nicht in den Griff."

Bei stehenden Gewässern sehe das anders aus. Dort sei ein Fütterungsverbot sinnvoll, da es ansonsten zu einer Überdüngung kommen könne.

Wer die Enten und Gänse trotz des Verbots füttert, begeht eine Ordnungswidrigkeit. "Die Ordnungswidrigkeiten könnten prinzipiell von uns zur Anzeige gebracht werden", sagt Elisabeth Richard, "aber wir wollen den Leuten eigentlich eher einen Hinweis geben, dass das Füttern Probleme verursacht, und man es deshalb lassen sollte."