Grünschnitt wild zu entsorgen, ist strafbar

Wer seinen Grünschnitt einfach in Wald und Flur ablädt, gefährdet die Natur. Dabei besteht die Gefahr, dass die heimische Pflanzenwelt aus dem Gleichgewicht gerät. Daher gehen Ordnungsamt und ZKE gegen Grünschnittsünder vor.

Als beliebte Abkürzung für pendelnde Kraftfahrer zwischen Alsting, Simbach und Saarbrücken ist der Güdinger Grenzweg bekannt. Oft ist der Weg auch Thema der Kommunalpolitik, meist geht es dann um aufgebrachte Anwohner und Verkehrsberuhigung. Jetzt berichtet Bezirksratmitglied Otto Escher (CDU ), dass entlang des Grenzweges Unbekannte ihren Grünschnitt in den Wald kippen. Das ist sowohl auf deutschem als auch auf französischem Boden illegal, schon weil es dem Wald schadet.

Escher verweist auf eine Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz. In der ist nachzulesen, welche Konsequenzen es haben kann, wenn Gartenabfälle im Wald landen. Der Nährstoffhaushalt des Waldbodens wie auch der von natürlichen Grünflächen werde durch Gartenabfälle gestört, weil aus den Abfällen Stickstoff in die Erde sickert. Infolge der daraus entstehenden Überdüngung breiten sich Pflanzen, die Stickstoff lieben, wie Brennnesseln "oft flächig aus". Gärung und Fäulnisbildung, insbesondere bei Rasenschnitt, stören die Mikroorganismen im Boden. Weiter könnten mit den Gartenabfällen Pflanzen eingeschleppt werden, die einheimische Pflanzen verdrängen.

In Saarbrücken ist Entsorgung Sache des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes. (ZKE). In seiner Broschüre zum Thema verweist der ZKE auf das Kreislaufwirtschaftsgesetz, nach dem Gartenabfälle zu Kompostieranlagen und Grünschnittcontainern gebracht werden müssen, sofern Gärtner sie nicht im eigenen Garten kompostieren oder in der Biotonne entsorgen. Sonst drohen drastische Strafen: "Wer seinen Grünschnitt im Wald, in Grünanlagen oder auf ähnlichen Flächen entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 100 000 Euro bestraft werden kann." Weil sich entsprechende Vergehen häuften, gehen ZKE und Ordnungsdienst verstärkt dagegen vor.

Seit einiger Zeit kostet die Entsorgung von Grünschnitt an Bauhöfen und in Kompostierungsanlagen wieder Geld: Bis 125 Liter kosten einen Euro. Ein Pkw-Kofferraum fasst etwa 375 Liter, dann werden drei Euro fällig, der Kubikmeter kostet acht Euro, mehr als drei Kubikmeter Grünschnitt auf einmal nimmt der ZKE nur auf seiner Kompostieranlage in Gersweiler an. Annahmestellen für Grünschnitt gibt es in den Wertstoffzentren Am Holzbrunnen und Wiesenstraße, auf der Wertstoffinsel Dudweiler, im Bauhof Brebach und in der Kompostieranlagen Gersweiler. Kompostierten Grünschnitt gibt der ZKE in handelsüblichen Mengen günstig ab.

Mehr von Saarbrücker Zeitung