Gegen 5000 Gleichaltrige durchgesetzt

Darius Hurtak ist zum „Fußballer des Jahres“ gekürt worden. Als Belohnung gab es ein Stipendium am Deutschen Fußball-Internat in Bad Aibling. Sein Entdecker ist voll des Lobes – nicht nur über die sportlichen Qualitäten des großen Talentes.

Kürzlich war es soweit: Darius Hurtak ist in den Zug gestiegen und hat sich aus dem Saarland verabschiedet. Im Alter von zwölf Jahren zieht es den Güdinger weg von der Heimat. Mit im Gepäck: Jede Menge Fußball-Talent. Knapp zwei Wochen zuvor war er am Deutschen Fußball-Internat (DFI) in Bad Aibling zum "Fußballer des Jahres" gekürt worden. Der Zwölfjährige erhält nun ein Stipendium, das es ihm erlaubt, seinen Traum, den so viele Kinder mit ihm teilen, im Süden von Deutschland voranzutreiben. "Ich will Profi werden", stellte der Siebtklässler vor der Abfahrt nach Bayern klar.

In Bad Aibling dürfte der bisherige U 13-Spieler des 1. FC Saarbrücken auf dem Weg zur Erfüllung seines Traums gute Voraussetzungen vorfinden. Die täglichen Abläufe in der 2011 eröffneten Privatschule sind klar geregelt. Neben Schule spielt Fußball die Hauptrolle. "Es ist cool und alles sehr gut", verrät Darius Hurtak via Telefon nach den ersten Tagen in der neuen Umgebung. Mit den drei Jungs, mit denen er sich ein Vierbettzimmer teilt, verstehe er sich gut.
So ein Talent noch nicht gesehen

Rolf Gergen hat den Werdegang von Darius Hurtak als sein Lehrer und Trainer an der Gemeinschaftsschule Güdingen verfolgt. "Darius ist ein richtig netter Junge und fleißiger Fußballer. Er ist intelligent, zugänglich, sozial eingestellt und hat ganz klare Vorstellungen", sagt der 62-Jährige über seinen ehemaligen Schüler: "In meinen 39 Trainer-Jahren habe ich so einen talentierten Spieler noch nicht gesehen", erklärt Gergen, der mit Calogero Rizzuto (Erzgebirge Aue ) oder Frederick Kyereh (Energie Cottbus ) schon spätere Profis unter seinen Fittichen hatte.

Auf dem Weg nach Bad Aibling musste sich Darius Hurtak, der beidfüßig ist und als "Sechser" oder Stürmer spielen kann, in mehreren Sichtungsphasen gegen etwa 5000 Mitbewerber behaupten. Los ging es bei einem Camp bei seinem Heimatverein SV Güdingen , es folgten zwei Aufenthalte in Bad Aibling, wo er die Jury überzeugte und am 11. Oktober die frohe Botschaft erhielt. Seiner Großmutter Cornelia, die ihn stets zum Training und den Spielen beim FCS begleitete, hatte er auf der Zugfahrt nach Bayern zum Finale der besten zwölf Talente bereits offenbart: "Oma, ich rocke dort die Bude, ich gewinne das Ding." Gesagt, getan.

An Selbstvertrauen scheint es Darius nicht zu mangeln. Deshalb war mit Blick auf den Umzug in ein weit entferntes Internat ein Rückzieher für den Zwölfjährigen kein Thema. "Das ist ein Sprungbrett, das sich da aufgetan hat. Für ihn war sofort klar, dass er hingeht. Die Familie unterstützt ihn, wo sie kann", erklärt Cornelia Hurtak. Mit der Mannschaft des DFI heißen die Gegner für ihren Enkel ein Jahr lang FC Bayern oder 1860 München - danach wird entschieden, ob er am Internat bleiben darf. Die Oma glaubt nicht daran, dass ihr Enkel bald zurückkehrt: "Ich schätze, wir werden ihn so schnell nicht mehr bei uns haben." Im ersten Spiel am Sonntag siegte Hurtak mit dem DFI in der U 13-Bezirksoberliga Oberbayern gegen die U12 der Bayern mit 2:0.