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Ein Schwalbenturm für Güdingen: Ein riesiger Turm für die Schwalben

Ein Schwalbenturm für Güdingen : Ein riesiger Turm für die Schwalben

30 Nisthöhlen stehen seit Freitag in Güdingen für die Vögel bereit. Vor allem Mehlschwalben sollen sich bald dort niederlassen.

Einen Schwalbenturm hat der Naturschutzbund (Nabu) am Freitag auf dem Alten Friedhof  in Güdingen eingeweiht. Äußerlich sieht der Turm wie ein Maibaum aus, auf dem ein großes Vogelhaus steht. Vögel sind dort noch nicht zu sehen. „Wir rechnen damit, dass es sogar Jahre dauern kann, bis die Mehlschwalben die 30 Nisthöhlen auf dem Schwalbenbaum annehmen“, sagt Initiator Norbert Fugmann vom Nabu.

Die Vögel würden aber an zwei Häusern in der Nachbarschaft brüten und seien daher in unmittelbarer Nähe des Turms zu finden. Nun müsse man Geduld haben. Die Tiere seien auf ihre alten Nistplätze genetisch programmiert, trotzdem würden sie auch immer wieder neue Nistgelegenheiten für sich entdecken. Nur passiere so etwas nicht von heute auf morgen, sagt Fugmann und ist entspannt. Die Schwalben würden kommen. Und dann könnten Tierfreunde sie auf dem parkähnlichen Friedhofsgelände trefflich beobachten.

 Eine Mehlschwalbe hängt an ihrem Nest in Brandenburg.
Eine Mehlschwalbe hängt an ihrem Nest in Brandenburg. Foto: ZB/Patrick Pleul

Der Turm steht frei abseits der Gräber, die Stadtverwaltung hat der Nutzung unbürokratisch zugestimmt. Die Kosten, immerhin runde 3000 Euro, haben die Nabu-Gruppen Güdingen und Saarbrücken übernommen. „In der Regel wird langfristig die Hälfte der Bruthöhlen bezogen“, erklärt Fugmann. Der Nabu will mit dem Schwalbenbaum einen neuen Lebensraum für die Mehlschwalben ermöglichen, da diese von vielen Hauseigentümern vertrieben würden. Schwalben seien für das Ökosystem aber von großer Bedeutung. In der Landwirtschaft seien sie enorm wichtige Schädlingsbekämpfer. Trotzdem sei ihr Bestand rückläufig. Viele Nester würden beseitigt oder Nistplätze im Rahmen von Sanierungen unbrauchbar. Nicht ohne Grund stünden die Schwalben unter Naturschutz.