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Aufstieg in die Bundesliga
Internationale Topspieler beim Squashclub

 Der Engländer Ashley Davies spielt für den SC Güdingen.
Der Engländer Ashley Davies spielt für den SC Güdingen. FOTO: Christian Lortat
Güdingen/Zweibrücken. Dem SC Güdingen gelang dank weltweiter Kontakte in nur drei Jahren der Aufstieg in die Bundesliga Süd. Von Sebastian Zenner

Innerhalb von nur drei Jahren gelang dem Squashclub Güdingen der Durchmarsch von der Verbands- in die Bundesliga Süd. In der dritten Saison im Oberhaus belegt das Team des luxemburgischen Cheftrainers Marc Thrill derzeit den 3. Platz. Am 24. März ab 14 Uhr empfängt der SC Güdingen, der seine Heimspiele in der Tennis und Squash Arena in Zweibrücken austrägt, zum letzten Saisonspiel Tabellenführer Black & White RC Worms.


Um sich in der Bundesliga zu etablieren, waren und sind enorme Anstrengungen nötig. Zum Beispiel die Verpflichtung internationaler Topspieler. „Ich bin seit über 30 Jahren in unterschiedlichen Funktionen in der saarländischen Squash-Szene unterwegs. Dadurch habe ich unterschiedlichste Kontakte aufgebaut – auch weltweit“, erklärt der Vereinsvorsitzende Johannes Wessela, wie der Draht zu Topleuten wie dem Malaysier Nafiizwan Adnan (34. der Weltrangliste), dem Briten Joshua Masters (54.) und dem Spanier Edmon Lopez-Möller (61.) zustande kam. Die „ersten Drei“ des SC nahmen Ende Februar an der Weltmeisterschaft in Chicago/USA Ende teil.

Weil dem SC durch internationale Turniere nicht immer alle Spieler zur Verfügung stehen, wird die vierköpfige Mannschaft von Spieltag zu Spieltag neu zusammengestellt. Insgesamt gehören dem Kader über 20 Spieler an. In der Regel stellt Güdingen zwei Ausländer und zwei Deutsche auf. Künftig sollen Talente aus dem eigenen Nachwuchskader auf die Stammplätze rücken. „Wir haben nicht den Fehler gemacht zu warten, bis das große Talent ins Saarland kommt, sondern haben in der Großregion Benelux, Frankreich und Rheinland-Pfalz nach Talenten gesucht“, verrät Johannes Wessela. Gefunden wurden beispielsweise der Belgier Nathan Masset und der Luxemburger Sean Thrill. Die Schüler gehören schon jetzt zum Bundesligakader und nehmen erfolgreich an internationalen Turnieren teil. Saarländer Rudolf Fries aus Saarlouis ist neu im Team, hat aber laut Wessela schon „eine sehr gute Entwicklung genommen und wird ab nächster Saison zum Bundesligateam gehören“.



Ein weiterer ausländischer SC-Spieler ist Ashley Davies. Der 24-jährige Engländer aus Sheffield fing im Alter von acht Jahren mit dem Squashspielen an. „Ich liebe diesen Sport, weil ich den direkten Kampf zwischen mir und meinem Gegner liebe. Körperlich ist das schon brutal, aber dennoch ist es ein Spiel von großer Präzision und Verstand“, schwärmt Davies. Nicht ohne Grund würde Squash oft als „Schach auf Beinen“ bezeichnet. Außerdem habe ihn seine Sportart für viele verschiedene Kulturen geöffnet und er habe viele „fantastische Leute getroffen – wie zum Beispiel die beim SC Güdingen“, sagt er. Die Entbehrungen, die ein Dasein als Squash-Profi mit sich bringt, nimmt er dafür gerne in Kauf. „Ich denke, so ein Leben ist sehr zeitintensiv, aber wenn man über gute Zeitmanagement-Fähigkeiten verfügt, ist der Lebensstil sehr gut und einfach“, findet der Student der Rochester Universität in New York/USA.

Nicht einfach wird der nahende Brexit, also der Ausstieg seiner Heimat Großbritannien aus der Europäischen Union. „Das ist ein riesiges Problem“, sagt Davies. „Großbritannien möchte mehr Macht in seinen eigenen Ländern, aber ich denke nicht, dass wir als Nation die Auswirkungen verstanden haben, die diese Entscheidung mit sich bringt.“ Dafür macht er „voreingenommenen Medien“ und daraus resultierende Informationslücken der Bevölkerung verantwortlich. Dass der Brexit negative Folgen für ihn persönlich haben wird, glaubt er derzeit nicht: „Ich glaube auch nicht, dass es viele professionelle Squashspieler in England treffen wird, da sie nicht genug Geld dafür verdienen.“