Karneval : Aus Raketen wurden Torpedos

Die Güdinger Saarraketen und die „Mir sin do“ ließen es bei ihren Sitzungen krachen.

Zwischen Atlantis und einem Wrack sowie ganz vielen Meeresbewohnern in der Bühnenkulisse feiern die Güdinger Saarraketen ihre Session. So auch am Freitagabend bei der ersten ihrer Prunksitzungen in der Güdinger Festhalle.

Klar, dass bei den konsequenten Karnevalisten auch die Tänze zum Motto „Dann schwimmen wir halt in diesem Jahr – unter Wasser nach Gudingia“ passen. Als Clown-Fische zeigt die Kindergarde ihren Tanz. Ihren verdienten Applaus genießen die Kinder gemeinsam mit den Minis, die ihren Kurztanz bereits in der Ouvertüre gezeigt haben und jetzt vom Sitzungsleiter Markus Ettelbrück-Wirtz noch einmal zwecks Vorstellung auf die Bühne geholt wurden.

Dem Motto untergeordnet haben sie sogar ihre gute alte Rakete, hinter welcher der Elferrat Platz genommen hat. Das Raumfahrzeug ist zum U-Boot geworden, und statt der Beifalls-Rakete zünden die Saarraketen über die Session entsprechende Torpedos.

Eine solche fordert der Sitzungspräsident zum Beispiel für Tanzmariechen Imke Schneider. Dass auch die Reimrede in der Bütt noch funktioniert, beweist Daniel Haag als „Pechvogel“. Sein Reden-Refrain endet stets auf: „Egal, was ich anpack, nix haut hin.“

Werden anderswo die Büttenredner knapp, bieten die Güdinger Faasebooze fast ausschließlich eigene Leute in die Bütt. Mit Fred Breit, inzwischen 77 Jahre alt, schicken die Saarraketen gar den ältesten Büttenredner der Stadt auf die Bühne, er unterhält an der Seite seiner Büttenpartnerin Karin Elsner glänzend in der Narrhalla.

Eigene Redner haben sie auch in Burbach noch – bei der „Mir sin do“, die am Samstag das Bürgerhaus in Burbafch zu seiner Narrhalla gemacht hat. „De Matz“ Thomas Rink ist da zu nennen. Und Armin Dissieux mit seiner Bühnenpartnerin Angela Wachs. Die singen in der laufenden Session nicht nur als „Saarsittiche“ auf der MSD-Bühne. Sondern treiben als „Miss Piggy und Kermit, der Frosch“ ihre Späße.

Dass sie dafür die Gesichter vom Clownsgesicht auf Muppet-Puppen und zum Finale wieder zurückschminken müssen, stört die beiden Recken nicht. Hauptsache, das närrische Publikum hat seinen Spaß daran – dann ist den beiden nichts zu viel.

Ja, und selbst vom „Läädisch“ Jogi Moser, gefragter Spaßmacher über die Landesgrenzen hinaus, können die Burbacher behaupten: „Er ist einer von uns.“ Eindeutig Gast unter den Spaßvögeln ist „Fidelius“ Christoph Lesch, der zum Beispiel den Handy-Wahn musikalisch karikatiert. So singt er frei nach den Stones dramatisch: „Handy, Han-dy, sie hat ihr Handy verloor.“ Stolz der MSD sind aber die Garden. Die Aktivengarde sowieso, aber auch die anderen. Das aus Lena Simon und Sophia Clement Duo-Mariechen verzaubert einfach alle. Im Schautanz zu „Wickie und die starken Männer“ reißt die Jugendgarde in dieser Session mit. Rink als Moderator: „Das ist die zahlenmäßig stärkste Gruppe, die wir hier auf die Bühne stellen.“

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