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| 19:12 Uhr

Stadt wertet Aschbach-Ruine auf

Hans Mildenberger vom Stadtplanungsamt, Martin Dick von der Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) und Volker Arnold vom Heimatkundlichen Verein (von links) stehen vor der Ruine der Aschbachkirche in Gersweiler. Foto: Becker&Bredel
Hans Mildenberger vom Stadtplanungsamt, Martin Dick von der Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) und Volker Arnold vom Heimatkundlichen Verein (von links) stehen vor der Ruine der Aschbachkirche in Gersweiler. Foto: Becker&Bredel FOTO: Becker&Bredel
Gersweiler. Ein kulturgeschichtlich wichtiger Ort wird zurzeit auf Vordermann gebracht. Bereits um das Jahr 900 wird ein Hof Aschbach erwähnt, zu dem auch eine Kirche gehörte. Langzeitarbeitslose machen sich nun daran, das Mauerwerk auszubessern und die Ruine von Wildwuchs zu befreien. Nicole Baronsky-Ottmann

Die Stadt Saarbrücken ist reich an kulturellen Orten. Manche davon sind mitten im Wald und der Natur ausgeliefert, die sie zu überwuchern droht. Oder sie sind abgelegen und werden ein Opfer von Vandalismus. Die Ruine der Aschbachkirche, im Wald zwischen Gersweiler und der französischen Grenze, ist so ein Ort. Obwohl sie an einem beliebten Spazierweg liegt, wurde die Ruine in den vergangenen Jahren beschmiert, Wildwuchs wie Brombeeren oder Brennnesseln wucherten sie zu und sprengten das Mauerwerk.



"Schon vor zwei Jahren war klar, hier muss noch mal aufgeräumt werden", sagt auch Hans Mildenberger, Denkmalpfleger der Stadt Saarbrücken. Denn die Ruine bietet nicht nur eine romantische Kulisse einer zerfallenen Kirche, sie ist auch kulturhistorisch bedeutsam. Bereits um das Jahr 900 wird ein Hof Aschbach erwähnt, den das Stift St. Arnual im Jahr 1312 erwarb. Der Hof bestand aus einem Herrenhaus und einer einfachen, kleinen Saalkirche, die in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut worden war. Sie war lange Zeit das einzige Gotteshaus in der näheren Umgebung, bis im 17. Jahrhundert der Ort bei einem Brand vernichtet wurde. Im Dreißigjährigen Krieg diente die Kirche als Pestlazarett.

Die Geschichte der Aschbachkirche ist gut erforscht, auf dem Areal gruben 1990 Archäologen. "Eigentlich ist hier auch immer etwas passiert, aber jetzt war es noch mal an der Zeit, aufzuräumen und das Mauerwerk auszubessern", erklärt Hans Mildenberger. Daher stand die Ruine der Aschbachkirche auch schnell im Fokus, als sich im Rahmen des Kulturerbe-Projektes der Landeshauptstadt Saarbrücken und des Zentrums für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) die Gelegenheit bot, kulturelle Orte aufzuräumen und aufzuwerten. Seit Anfang Juli wird daher um die Ruine mit schwerem Gerät gearbeitet. Doch die Stadt will sich nicht darauf beschränken, den Wildwuchs zu entsorgen. "Im Moment werden die Schmierereien an den Wänden abgewischt, dann wird das Mauerwerk gesäubert, Löcher gestopft und mit Spezialmörtel befestigt", sagt Hans Mildenberger.

Und dann erklärt er, dass nicht nur die Ruine besser zugänglich gemacht wird, sondern auch der ehemalige Gutshof sichtbar gemacht werden soll. "Der Hof ist auf der Tractuskarte von 1763 eingezeichnet. Wir haben jetzt im Gelände überprüft, wo sich das Hofareal genau befindet und freigelegt. So bleibt später nicht nur die Ruine frei, sondern der Hof soll ebenfalls zugänglich sein", erzählt Mildenberger.

Die Eckpunkte des Areals werden mit großen Steinen gekennzeichnet, die Fläche dazwischen wird eingeebnet, aber der alte Baumbestand, Flieder, Holunder oder Nussbaum, dürfen bleiben. In Zukunft will sich der Heimatkundliche Verein Gersweiler-Ottenhausen um das Areal kümmern, unterstützt von der Stadt. "Am Tag des offenen Denkmals, am 11. September, bieten wir Führungen und kleine Vorträge hier in dem Areal an, dann können sich die Besucher alles genau erklären lassen", sagt Vereinschef Volker Arnold.

Zum Thema:

Hintergrund Die Arbeitsmaßnahme "Kulturerbe in der Landeshauptstadt Saarbrücken" ist für Langzeitarbeitslose gedacht und läuft zunächst bis zum 31. Dezember dieses Jahres. In diesem Projekt sollen mehrere kulturelle, kunst- oder regionalgeschichtlich bedeutsame Orte in der Landeshauptstadt Saarbrücken wieder freigelegt, gepflegt und aufgewertet werden. Die Arbeiten werden vom Amt für Grünanlagen und Friedhöfe unterstützt und vom Stadtplanungsamt/ Denkmalschutz wissenschaftlich begleitet. 19 Teilnehmer, die das Jobcenter ausgesucht hat, arbeiten aktuell in der Maßnahme und werden vom Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH (ZBB) betreut. Weitere Projekte werden folgen. nba