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Heimatkunde
Ein neues Buch informiert über das Gersweiler Pfarrhaus

Rückseite des Evangelischen Pfarrhauses um 1925.
Rückseite des Evangelischen Pfarrhauses um 1925. FOTO: HKV/Karl Herrmann
Gersweiler. Im Mai dieses Jahres hat Pfarrer Professor Joachim Conrad, Gründungsmitglied des Heimatkundlichen Vereins Gersweiler-Ottenhausen und Vorstandsvorsitzender des Historischen Vereins für die Saargegend, den Sammelband „Ein Haus voller Leben – ein Leben voller Geschichte – 250 Jahre Evangelisches Pfarrhaus Gersweiler“ veröffentlicht. Von Martin Rolshausen

Herausgeber der 125 Seiten starken und reich bebilderten Festschrift ist das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Gersweiler-Klarenthal.


Im ersten Teil des Buchs beschreibt Joachim Conrad auf Basis einer sorgfältigen Quellen- und Literaturrecherche Geschichte und bauliche Entwicklung des Pfarrhauses in der Krughütter Straße. Errichtet wurde das Gebäude mit Mansard-Dach in den Jahren 1766 bis 1768 vom Evangelischen Stift St. Arnual, das auf Pläne des Büros des Nassau-Saarbrücker Baumeisters Friedrich Joachim Stengel zurückgriff und eine Nutzung als Forsthaus auf den Weg brachte.

1840 überließ das Stift St. Arnual der in Wiedergründung befindlichen Kirchengemeinde Gersweiler das Anwesen als Pfarrhaus. Trotz mehrerer Phasen des Verfalls und zahlreicher Umbaumaßnahmen im Innen- und Außenbereich konnte das denkmalgeschützte Gebäude bis heute seinen barocken Charme und den ortsbildprägenden Charakter bewahren.



„Aufschlussreich sind auch die in lebhafter Weise geschilderten Schickale der Seelsorger und der Mitglieder der Kirchengemeinde, die in der Zeit vom 18. bis zum 21. Jahrhundert den tiefgreifenden Wandel Gersweilers vom Bauerndorf zur Industriegemeinde bis hin zum Saarbrücker Stadtteil im Grünen miterlebten“, sagt Markus Körbel vom HeimatkundlichenVerein Gersweiler-Ottenhausen. Beispielhaft zu nennen seien hier die Lebensläufe der Pfarrer und Schriftsteller Gustav Heinrich Ludwig Schumacher (geboren am 20. Januar 1802 in Husum, gestorben am 26. Januar 1863 Barmen) sowie Adolf Ludwig Fauth (geboren am 15. Februar 1836 in Schauren, gestorben am 26. Januar 1912 in Gersweiler).

 Im zweiten Teil der Veröffentlichung kommen exemplarisch Zeitzeugen zu Wort, die das Pfarrhaus in den letzten drei Generationen mit Leben erfüllt haben und jetzt ihre Erinnerungen in Form von Aufsätzen bzw. Interviews weiterreichen. Auf diesem Wege konnten lokalhistorisch wichtige und oftmals auch sehr persönliche Beiträge zu den Amtszeiten von Pfarrer Hans Adam Reiß, Pfarrer Hans-Klaus Heinz und Pfarrerin Jutta Seibert erschlossen werden.

Der Band kann über die Evangelische Kirchengemeinde Gersweiler-Klarenthal, Tel. (06 81) 70 21 44, E-Mail ev.gersweiler@pulsaar.com, oder den Heimatkundlichen Verein Gersweiler-Ottenhausen, Tel. (06 81) 70 03 86 und (06 81) 5 01 41 33, E-Mail hkv@hkv-gersweiler.de, zum Preis von zehn Euro bezogen werden.