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Moderne Bank
Der Denkmalschutz bleibt gewahrt

Gersweiler . Um Kunden einen einfachen Zugang zu ihrer Filiale in Gersweiler zu ermöglichen, hat das Kreditinstitut umgebaut. Von Andreas Lang

Lautlos senkt sich die für die Kunden bestimmte Hälfte der Arbeitsplatte am Serviceschalter der Bank1Saar Filiale in Gersweiler – während die andere Hälfte des Schalters oben bleibt. Schließlich erreicht die höhenverstellbare Hälfte des Schalters genau die Position, auf der es möglich wird, dass dort ein gehbehinderter Bankkunde im Rollstuhl bequem das Unterschriftenpad bedienen kann  – den elektronischen Helfer im Computersystem, mit dem der Kunde seine Bankaufträge unterzeichnen kann.


Die Gäste beobachten die Neuerung mit Wohlwollen, denn Peter Springborn, Landesgeschäftsführer des Sozialverbandes VdK, Heinz Mang, der Ortsvorsitzende des VdK Gersweiler, und Claus Theres sind gekommen, um sich von der Barrierefreiheit der erst vergangenen Dezember frisch renoviert eröffneten Filiale zu überzeugen. Und was die Bankleute um Michael Mehlig aus dem Immobilienmanagement und Hans-Peter Grün aus dem Servicebereich da vorzeigen, gefällt. Auch wenn die Denkmalschutzbehörde beim Umbau verweigert hat, die Stufe am Eingang des denkmalgeschützen Hauses an der Hauptstraße zu entfernen, oder eine Rampe zu bauen. „Wir durften aber das Pflaster anheben, ein guter Kompromiss“, wie Mehlig meint.

Die Eingangstür fährt Tag und Nacht automatisch auf, sobald sich jemand nähert. Im Innenraum ist einer der neuesten Geldautomaten installiert. Der Automat verfügt über einen Kopfhörer-Anschluss und eine sogenannte Softkey-Tastatur, mit denen sehbehinderte Menschen den Automaten anstelle des Touchscreens und der Sensortasten bedienen können.



Insgesamt sechs dieser Automaten der neuesten Generation sind laut Mehlig in den 37 saarländischen Niederlassungen im Einsatz. „Große Bildschirme, Lautsprecher, Kopfhörer oder schalldichte Räume beweisen, dass man auch an Menschen mit Seh- oder Hörbehinderung gedacht hat, die oft vergessen werden“, wie Springborn betont.

Auch andere Details sind wohl durchdacht. „Der Belag ist rutschhemmend, ohne Menschen mit Rollatoren, Rollstühlen oder Kinderwagen zu bremsen“, erklärt Mehlig. Neben dem Geldautomaten befindet sich der Briefkasten, ebenfalls in für Rollstuhlfahrer gut erreichbarer Höhe. Das Gleiche gilt für den Kontoauszugsdrucker. Einziger Wermutstropfen: Die Toilette im ersten Stock ist nur über eine Treppe erreichbar und nicht rollstuhlgerecht, was laut Mehlig  dem verfügbaren Platz geschuldet sei. Barrierefreiheit stehe bei Umbauten immer ganz oben auf der Agenda, auch mit Rücksicht auf eine älter werdende Kundschaft oder Eltern mit Kinderwagen, ergänzt Mehlig.