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Gedenkveranstaltung in der Aula der Saarbrücker Willi-Graf-Schulen

Widerstand : Katholisches Büro gedenkt Willi Graf

Rund 250 Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft sind am vergangenen Donnerstag zu einer Gedenkveranstaltung in die Aula der Willi-Graf-Schulen gekommen. Das Katholische Büro im Saarland hatte zum Willi-Graf-Empfang anlässlich des 75. Todestages des Widerstandskämpfers eingeladen.

Wenn wir Willi Graf und der Weißen Rose gedenken, „denken wir vor allem an die christlichen Werte, für die er kämpfte, denn sie scheinen in der heutigen Zeit immer mehr in Vergessenheit zu geraten“. Mit diesen Worten begrüßte Katja Göbel, die Leiterin des Katholischen Büros, die zahlreichen Gäste. Das Büro versteht sich als Schnittstelle zwischen den beiden Bistümern Trier und Speyer und der saarländischen Politik und Gesellschaft. Göbel sprach in ihrer Rede von der Macht und Wirkung von Worten und wie wichtig es in der heutigen Zeit sei, aufmerksam darauf zu achten, was andere, aber auch wir selbst sagen, damit man nicht abstumpfe.„Willi Graf erkannte das Unrecht, das ihn umgab. Er lieferte sich der herrschenden Realität nicht aus, sondern reagierte auf sie“, sagte der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann in seiner Rede.

Zu einem solchen Schritt gehöre es, Visionen zu haben. „Angst und Angstmache bringen niemals Visionen hervor. Ohne Visionen aber, die die geistigen, moralischen und kreativen Kräfte des Menschen freisetzen, verkommt der Mensch.“ Auch in Bezug auf die Kirche brauche es diese Kräfte, so Wiesemann: „Die aktuelle Vertrauenskrise der Kirche kann und muss uns zu neuen Visionen des kirchlichen Auftrags und Miteinanders führen“, sagte Wiesemann. Gottes Vision für die Welt sei größer als die Kirche. In der Situation der Krise, der Not, der Angst neige der Mensch instinktiv zum Rückzug, zur Sicherung des Eigenen. Willi Graf und die Weiße Rose hätten gezeigt, dass christlicher Geist anders wirkt: in dem Mut, Verantwortung für das Ganze zu übernehmen.