Pogromnacht : Gedenkmarsch erinnert an NS-Opfer

Anlässlich der Reichspogromnacht am 9. November findet in Saarbrücken eine Gedenkveranstaltung statt.

Anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht wird am 9. November in Saarbrücken eine große öffentliche Gedenkveranstaltung stattfinden, die an die Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung in jener Nacht erinnert. Bestandteil dieser rund zweieinhalbstündigen Veranstaltung ist auch ein Gedenkmarsch durch die Saarbrücker Innenstadt. Organisiert haben ihn die Synagogengemeinde Saar und die 22 Mitgliedsorganisationen der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Erinnerungsarbeit sowie die Landeshauptstadt. Dieser Marsch soll den Weg nachzeichnen, die den die Juden in der Pogromnacht gehen mussten, Das erklärte, Antje Fuchs, die stellvertretende Leiterin des Stadtarchivs, die dieser Tage im Kulturausschuss den Programmablauf der Gedenkveranstaltung darlegte.

Rund 150 jüdische Männer wurden am 9. November 1938 von der SS durch die Innenstadt geprügelt. Die SS trieb sie unter anderem zur Synagoge in der Futterstraße, die Nazis in Brand bereits in Brand gesteckt hatten, um die Männer dort zu verhöhnen. Anschießend trieb die SS die Männer zum Hauptbahnhof und zwang sie dort, eine Grube als ihr eigenes vermeintliches Grab auszuheben.

Der Gedenkmarsch beginnt am 9. November um 13.30 Uhr vor dem Hauptbahnhof. Dort zeigt das St. Wendeler Adolf-Bender-Zentrum eine Ausstellung über die Pogromnacht. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Richard Bermann, und des Sprechers der LAG Erinnerungsarbeit Saarland gehen die Teilnehmer gemeinsam durch Reichs- und Bahnhofstraße bis zum Schad-Brunnen Ecke Sulzbachstraße. Dort lesen Schauspielerinnen und Schauspieler des Saarländischen Staatstheaters Texte von Zeitzeugen der Pogromnacht vor. Von dort zieht der Gedenkmarsch 14.15 Uhr weiter zum ehemaligen Standort der Synagoge Ecke Futter-/Kaiserstraße, wo die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz sprechen wird.

Die nächste Station des Gedenkmarsches ist die heutige Synagoge am Beethovenplatz. Dort wird zu den Klängen von Klezmer-Klarinettist Helmut Eisel eine Lichtinstallation mit dem Wortlaut „Nie wieder!“ entzündet. Von 15.15 Uhr bis 15.45 Uhr findet dann zum Abschluss in der Synagoge ein Gedenkgottesdienst statt, bei dem Landtagspräsident Stefan Toscani eine Rede hält.

Zusätzlich informiert das Adolf-Bender-Zentrum auf dem Rabbiner-Rülf-Platz mit einer Ausstellung über Leben und Wirken des Rabbiners Rülf. Alle Bürger und Bürger sind zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung aufgerufen.

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