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Konzert
„GAP-Project“ glänzt beim ersten Konzert in Saarbrücken

Die Band „GAP-Project“ trat zum ersten Mal in Saarbrücken auf. Dem Publikum hat es gefallen.
Die Band „GAP-Project“ trat zum ersten Mal in Saarbrücken auf. Dem Publikum hat es gefallen. FOTO: Gap-Project
Saarbrücken. Im Saarbrücker Kunstwerk waren zahlreiche unterschiedliche Musikstile zu hören. Ein Höhepunkt war das Saxofon von Dirk Demmer. Von Oliver Sandmeyer

Dirk Demmer freut sich über den bevorstehenden Auftritt im Saarbrücker Kunstwerk Malzeit: „Wir freuen uns mal außerhalb des Bermuda-Dreiecks zu spielen: Wadgassen, Hostenbach, Werden“, worauf der Saxofonist und Percussionist der Band The GAP-Project einen seiner ansteckenden, und lauten Lacher folgen lässt. So ganz ernst meint er es nicht, doch in Saarbrücken spielt die Band zum ersten Mal. Schlagzeuger, Sänger und Sprachrohr der Band Patrick Wilhelmy weiß, was er an seinem Kollegen hat: „Dirk kann einem Sand in der Sahara verkaufen. Er hat uns auch den Auftritt hier im Kunstwerk verschafft.“ Die Band besteht neben Demmer und Wilhelmy aus Stephanie Becker (Piano, Gesang), Jörg „Gerry“ Germeier (Bass, Gesang) und Antonio Scardamaglia (Gitarre, Gesang).


Der Tod von Scardamaglias Ehefrau war der traurige Anlass für die Bandgründung 2009. Wilhelmy dazu: „Zwar setzt sich das ‚GAP‘ in unserem Bandnamen aus den Namen der Gründungsmitglieder zusammen – Geri, Antonio, Patrick – aber ‚the gap‘ heißt im Englischen auch ‚die Lücke‘ und diese war nach dem Tod von Antonios Frau vorhanden. Aus diesem traurigen Anlass haben wir anfangs unsere Kreativität bezogen.“ Trotzdem seien The GAP-Project alles andere als eine „Trauerband“.

Das Kunstwerk ist am Freitagabend gut gefüllt. Während die Servicekräfte noch Getränke und Speisen an die Tische bringen, beginnen The GAP-Project ihr Konzert  mit zwei ruhigen Instrumentals. Wie Wilhelmy es humorvoll ausdrückt „mit ein bisschen verdauungsfördernder Background-Musik“.



Danach folgt, was die Band selbst als „Diversity-Pop“ beschreibt und sich im Verlauf des Abends als durchaus abwechslungsreich entpuppt: Immer wieder spielen sie ruhige Pop-Songs wie „Another place“, mal welche im Disko-Gewand wie bei „I will remember“. Oder der auf Spanisch gesungene Ausflug in den Latino-Pop „Mejor“, der mit schöner Akustikgitarre glänzt. Hinzu kommen funkige Stücke, auch Blues oder Rock. Und natürlich Jazz – das Saxophon lässt grüßen.

Ein besonderes Lied ist das vom Kölschen in den moselfränkischen Dialekt übertragene BAP-Cover „Schluss, aus, OK“, für das die Band von Wolfgang Niedecken persönlich die Erlaubnis bekam – was Wilhelmy stolz erzählt.

Einen guten Anteil haben an diesem Abend die Lieder ihrer ersten, im vergangenen Jahr erschienenen CD. Die anderen Songs fallen mitnichten qualitativ ab, wie das zackige „Uschebti“, das mit seiner Ohrwurmmelodie an die seligen Supertramp erinnert oder das mit einem Marillion-Gedächtnis-Solo von Scardamaglia ausgestatteten „Irgendwo“, bei dem Sängerin Becker wie so oft an diesem Abend zeigt, was für eine kraftvolle Stimme sie hat. Die langsame Gänsehaut-Nummer „Like China“ mit tollem mehrstimmigem Gesang und sehnsüchtiger Gitarre wäre eigentlich ein passender Schlusspunkt gewesen. Als die Band als Zugabe noch einmal vier bereits gehörte Songs zum Besten gibt, fragt man sich schon, warum hier nicht noch Neues geboten wird.

Die Antwort nimmt einem dann die Reaktion des Publikums ab: Wenn Saxofonist Demmer die Rampensau gibt, sein Solo auf einem Barhocker spielt, wird wieder getanzt und mitgesungen. Bis es dann endgültig heißt „Schluss, aus, OK“.

Info: Die nächsten geplanten Auftritte von The GAP-Project sind am 24. August im Parkbad Wadgassen, am 9. September im Haus Saargau in Gisingen, am 6. Oktober auf dem Merziger Viezfest sowie am 17. Oktober in der evangelischen Kirche in Merzig.