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Konzert: Franco Jaqués spielt Latino Rockpop

Konzert : Franco Jaqués spielt Latino Rockpop

„El Mendigo“, zu deutsch „Der Bettler“, lautet der Titel eines Liedes von Franco Jaqués. In dem Song vergleicht er unsere kommerziell ausgerichtete Welt mit einem Schachspiel: Wer im Weg steht, wird flachgelegt.

Und: Die Oberen haben das Sagen, lass’ die anderen sich plagen, heißt es da weiter. Ja, der Sänger, Songautor und Gitarrist mit der Samtstimme hat etwas zu sagen und kann ganz schön wütend klingen.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist Franco Jaqués als eifriger Akteur der saarländischen Musikszene stetig auf hiesigen Bühnen unterwegs, am Freitag, 17. Mai, 20 Uhr, tritt er nun mit seinem „Franco Jaqués Trio“ aufs Podium der Bel Étage der Saarbrücker Spielbank. Zu hören gibt‘s, so Franco Jaqués, „Latino Rockpop mit revolutionärer Poesie“.

Die Musik ist so bunt wie sein bisheriges Leben, und das verlief kosmopolitisch. Franco Jaqués erblickte anno 1965 in Saarlouis das Licht der Welt. Aufgewachsen ist der Sohn argentinischer Eltern außer im Saarland in Paris, Argentinien und Spanien, und er war später viele Jahre als Musiker neben Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien und Luxemburg vor allem in Lateinamerika auf Tour. Dieser Vita verdankt der Deutsch-Argentinier, der mit 13 erstmals in die Gitarrensaiten griff, seinen charmanten spanischen Akzent.

Das Saarland freilich war immer so etwas wie ein Heimathafen: Hier ist er bereits mit 16 aufgetreten und hat mit 18 bei einem italienischen Festival mit internationalen Teilnehmern den ersten Preis gewonnen – das war wichtig für die kommende Laufbahn. „Die Frankreich-Nähe macht etwas aus“, sagt Franco Jaqués, der neben der kulturellen Vielfalt die menschliche Wärme des hiesigen Volksstammes schätzt: „Die Saarländer sind sehr zugänglich und offen.“

Einen Namen erspielte er sich in unseren Breiten mit Formationen wie Duo Latino und der Band „Graceland“, die Titel von Elvis Presley interpretierte. Elvis, die Beatles, Santana, Jose Feliciano und Sänger-Songschreiber wie Raul Midón aus New York oder León Gieco aus Argentinien waren Vorbilder in jungen Jahren. Als heutige Richtgrößen nennt er neben Eric Clapton den australischen Sänger und Gitarristen John Butler und den kubanischen Liedermacher Silvio Rodríguez.

Vor allem möchte Franco Jaqués, der auch als Session-Musiker tätig ist, „authentische Musik machen, die von innen kommt“. Kreativität und eigene Songs rangieren an erster Stelle. Zu seiner von diversen stilistischen Einflüssen wie Rock, Pop, Latin, karibischen Farben bis hin zur Klassik geprägten Musik schreibt er Texte über „Themen, die mir wichtig sind“: Neben Poesie, Liebe und Lebensfreude möchte er die „Hoffnung auf eine gerechtere Welt“ in Worte fassen und lässt Kritik an den herrschenden Verhältnissen keinesfalls außen vor.

Der Sänger-Songschreiber hat auch schon für Kollegen gearbeitet und seine Lieder auf bislang fünf eigenen CDs veröffentlicht, die neueste heißt „Sabores“. Weitere Scheiben des Vollblutmusikers, der sich mit Judo und Laufen fit hält, sind in Planung. Zentrales aktuelles Projekt neben Solokonzerten und dem „Duo Milonga“ (mit Gustavo Lepré), das sich lateinamerikanischer Folklore widmet, ist das Franco Jaqués Trio. Seit Anfang 2016 spielt Franco Jaqués unter diesem Namen zusammen mit dem in der hiesigen Szene allgegenwärtigen Kontrabassisten Jörg Jenner und dem Schlagzeuger Martin Lösing Songs aus der eigenen und aus fremden Federn. So sollen nun in der Bel Étage auch Kompositionen von Jose Feliciano, Rubén Blades, George Harrison, Queen und der mexikanischen Rockgruppe Maná erklingen.

Freitag, 17. Mai, 20 Uhr, Bel Étage, Spielbank Saarbrücken: Franco Jaqués Trio

www.francomusica.com