Grenzgeschichten : Forbacher Patienten brauchen Spenden

Den Kranken der Klinik Marie-Madeleine fehlen wegen der Corona-Krise Hygiene-Artikel. Jetzt gibt es Hilfe.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer für die Patienten im Krankenhaus Marie-Madeleine in Forbach, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Saarbrücken: In den vergangenen Tagen haben zahlreiche Bürger aus der Umgebung Hygiene-Artikel für das Krankenhaus gespendet, für diejenigen, die auf Hilfe von außen angewiesen sind und die wegen der Corona-Krise keinen Kontakt „nach draußen“ haben dürfen. Die in Metz erscheinende lothringische Tageszeitung „Le Républicain Lorrain“ hat in dieser Woche als Erstes darüber berichtet. Isabelle Caillier, die Leiterin der Forbacher Klinik, hatte zu den Spende aufgerufen und viele Forbacher sind dem Aufruf gefolgt.

Der Kommunalpolitiker Aziz Bendaouadji hat auf Facebook dazu die Gruppe „Groupe Entraide Forbach“ gegründet, wo man sich über die Aktion informieren und austauschen kann. Zweimal am Tag, einmal vormittags und einmal nachmittags, kann man im ehemaligen Wahllokal von Bendaouadji in der rue Nationale die Spenden abgeben. Von dort werden sie ins Krankenhaus gebracht. Und gespendet wurde allerlei: Zahnpasta, Zahnbürsten, Seife oder auch Shampoo. „Wir haben sogar Föhne und elektrische Zahnbürsten bekommen“, sagt Bendaouadji. Sandrine aus Forbach hat auch gespendet. „Ich finde es normal, dem Krankenhaus zu helfen. Die Pflegekräfte sind immer für uns da, jetzt müssen wir für die Pflegekräfte da sein“, sagt sie. „Heute Morgen habe ich meinen Einkauf für die Woche gemacht und darüber hinaus Zahnpasta, Zahnbürsten und Shampoo gekauft. Und etwas Schokolade, um dem Pflegepersonal und den Patienten das Leben etwas zu versüßen.“ Inzwischen hat auch der lokale Supermarkt Cora viele Hygiene-Artikel an das Krankenhaus Marie-Madeleine in Forbach gespendet. Das Ergebnis kann man auf der Facebook-Seite der Klinik sehen. Am vergangenen Donnerstag wurden die privaten Spenden dann dem Krankenhaus übergeben, wie Bendaouadji berichtet. Inzwischen hat er eine Telefonnummer eingerichtet, unter der sich die Leute melden können. Dann erfahren sie wo und wann sie ihre Spenden vorbeibringen können. „Es gibt in Forbach echte Solidarität“, sagt Bendaouadji als erste Bilanz zur Spendenaktion. Er rechnet mit weiteren Spenden.

Die werden wohl auch gebracht. Die Region Grand Est, zu der auch das Département de la Moselle mit Forbach gehört, ist in der Corona-Krise schon vor zwei Wochen zum Hochrisikogebiet erklärt worden. 580 Menschen sind in der Region in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben. Am Freitag zählte die Gesundheitsbehörde Action régionale de santé 3293 Menschen, die stationär behandelt wurden. 701 von ihnen lagen demnach auf der Intensivstation. Einige Patienten wurden mittlerweile zur Behandlung ins Saarland verlegt.