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Flughafenfest
Flughafen informiert und lädt zum Feiern ein

Wie eine Sprengstoffkontrolle funktioniert zeigt die Bundespolizei beim Flughafenfest. Unser Foto entstadt beim Fest 2015.
Wie eine Sprengstoffkontrolle funktioniert zeigt die Bundespolizei beim Flughafenfest. Unser Foto entstadt beim Fest 2015. FOTO: Jennifer Weyland / Flughafen Ensheim/Jennifer Weyland
Ensheim. Vor 50 Jahren wurde in Ensheim erstmals so richtig durchgestartet. Am 20. August wird auf dem Airport gefeiert. Von Martin Rolshausen

Wird geflogen? Wenn ja, dann auch pünktlich? Landen wir wirklich in Saarbrücken, oder wird das Flugzeug wegen Nebel oder anderer Widrigkeiten umgeleitet? Es sind nicht immer die angenehmen Fragen, die die saarländer im Allgemeinen und die Saarbrücker im Besonderen mit ihrem Flughafen verbinden. Ende kommender Woche wird sich SCN, wie der Saarbrücker Flughafen international heißt, aber von seiner besten Seite präsentieren. Am Sonntag, 20. August, wid das Flughafenfest gefeiert.



Zwischen der Kritik an der unzuverlässigen Fluggesellschaft Air Berlin und den neuen Perspektiven, die die britische Fluggesellschaft BMI ab November mit neuen Flugverbindungen nach München eröffnet, gerät ein historischer Grund zu feiern gerade etwas in den Hintergrund: Fast auf den Tag genau vor 50 Jahren wurde auf dem Ensheimer Rollfeld durchgestartet.

Am 21. August 1967 begann, wie es in der Flughafenchronik heißt, „mit der Wiedereinrichtung der Fluglinie Saarbrücken-Düsseldorf eine neue Phase im regulären Luftverkehr des Saarlandes“. Begonnen hat die Geschichte des Saarbrücker Flughaben allerdings bereits 1928 – nicht in Ensheim, sondern in St. Arnual. Von dort aus wurde zunächst nach Paris und Frankfurt geflogen.

1939 wurde dann zwar ein neuer Flughafen in Ensheim geplant. Aber der Krieg verhinderte die Umsetzung dieses Plans. Nach dem Krieg wurde zunächst wieder von St. Arnual aus geflogen. „Die schwierigen aerodynamischen Verhältnisse, die ständige Bedrohung vom Hochwasser und die Nähe zum Stadtmittelpunkt führen dazu, dass der Standort St. Arnual keine Zukunft hat“, heißt es in der Flughafenchronik.

Vor 50 Jahren dann das Durchstarten in Ensheim. Und fünf Jahre später, 1972, wurde der Flughafen Saarbrücken zum damals elften internationalen Verkehrsflughafen der Bundesrepublik Deutschland erklärt. Diesen Status hat er bis heute behalten.

Am 20. August geht es aber weniger um die Vergangenheit, sondern um die Gegenwart. Die Veranstalter versprechen unter anderem spektakuläre Flugvorführungen, bieten Rundflüge im Hubschrauber und im Flugzeug. Flughafengeschäftsführer Thomas Schuck möchte das Fest zu einem Schaufenster für alle machen, die sich für das Fliegen und all die Arbeit drumherum interessieren. Er erwartet mit seinen Kollegen zahlreiche Besucher aus der gesamten Saar-Lor-Lux-Region.

Star des Tages ist der „Red-Bull-Air-Racing-Weltmeister Matthias Dolderer“. Er startet zweimal zu spektakulären Vorführungen in seiner Hochleistungsmaschine vom Typ „High Speed Zivko Edge 540V3“ (siehe auch Infokasten rechts). Und der Star der Lüfte gibt gern Autogramme. Die Luftwaffe präsentiert in Ensheim einen Eurofighter Typhoon. Das Kampfflugzeug ist zu besichtigen. Außerdem bringen die Flieger einen Info-Truck mit zum Fest.

Der Faszination des Fliegens huldigen die Mitglieder des Flugwerks Mannheim. Der Verein bringt voraussichtlich vier Oldtimer mit nach Ensheim. Seine Boeing Stearman mit Siebenzylinder-Sternmotor ist einer der am häufigsten eingesetzten und vielseitigsten Doppeldecker überhaupt. Hinzu kommen eine belgische Stampe SV 4, ebenfalls ein Doppeldecker, eine russische Yak 51, und eine französische Broussard MH 51 mit markantem Doppelleitwerk.

Das Rahmenprogramm bietet einen Blick auf jenen Teil des Flughafenbetriebs, der Passagieren meist verborgen bleibt. So zeigen Beamte der Bundespolizei, wie sie die feinen Nasen ihrer Spürhunde bei der Jagd nach Schmugglern einsetzen. Einem ähnlichen Zweck dient – mit ganz anderen Mitteln – ein „Scan-Fahrzeug“ des Zolls. Die Flughafen-Feuerwehr simuliert mit ihren Spezialfahrzeugen einen Einsatz. Begutachten können die Gäste Abfertigungs- und Spezialfahrzeuge, mit denen das Bodenpersonal arbeitet.

Wie immer sind Rundflüge möglich. Wer sich dem Gefühl hingeben will, mal selbst ein Fluggerät zu steuern, kann das im Boeing-Simulator tun. Außerdem präsentieren sich Vereine, Gruppen und Verbände auf dem Gelände und in einer der Flugzeughallen, darunter Modellflieger, die Flughafenfreunde und der Aero Club Saar mit einem Segelflugzeug.

12STV_Flughafenfest Saarbrücken-Ensheim
12STV_Flughafenfest Saarbrücken-Ensheim FOTO: Astrid Müller / SZ
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