Flavien Demarigny, genannt Mambo, in der Galerie Zimmerling & Jungfleisch

Ausstellung : Die berauschende Wirkung eines schlichten Tropfens

Flavien Demarigny, genannt Mambo, in der Saarbrücker Galerie Zimmerling & Jungfleisch.

Der in Chile geborene französisch-ungarische Künstler Flavien Demarigny, genannt Mambo, ist im Saarland kein Unbekannter. Denn der Künstler hat bei der Urban Art Biennale 2019 in der Völklinger Hütte sowohl ein Triptychon aus der Serie „Humans“ gezeigt, wie auch das Innere eines Schornsteins außergewöhnlich gestaltet. Und das, obwohl er in Los Angeles lebt.

Aktuell kann man einige seiner Gemälde in einer Ausstellung der Saarbrücker Galerie Zimmerling & Jungfleisch sehen, die noch bis zum 15. Februar läuft. Und dort hat man sich ganz auf seine neue Serie „Strokes“ (Striche) konzentriert. Das eigentliche Motiv, das der Künstler hier immer wieder variiert, ist ein einfacher, in gestischer Malerei aufgetragener, vertikaler Pinselstrich. Längsrechteckig, nach oben abgerundet, nach unten mit Farbtropfen, Farbnasen und Farbspuren versehen, erinnert die Form entfernt an ein Eis am Stiel.

Das hört sich erstmal wenig spektakulär an, was aber Mambo daraus macht, ist vielfältig, ausdrucksstark und sehr abwechslungsreich. Denn dieser eine Pinselstrich wird nun einzeln, verdoppelt oder verdreifacht, oder in ganzen Gruppen zusammengefasst und aufgetragen. In verschiedenen Farben, mal kleiner, mal größer, gleichmäßig nebeneinander oder wild durcheinander – die Wirkung ist jedes Mal komplett anders.

Man muss sich die Werke vor Ort anschauen, um zu verstehen, wie spielerisch und gleichzeitig ernsthaft Mambo mit dieser einen Form arbeitet und wie verschieden die Wirkung dieses einfachen gestischen Pinselschwungs ist.

Das Minimalistische der Form findet seine Entsprechung im Gemälde, wenn Mambo die Pinselstriche in schwarzer oder weißer Farbe ganz regelmäßig auf naturbelassene Nesselleinwände aufträgt. Daneben ordnet er die Pinselschwünge aber auch in Dreiergruppen von Blau, Rot und Grün an oder er reduziert die Farbpalette gleich ganz auf Blau mit nur einen roten Ausnahme. Die Farbwirkung ist tatsächlich berauschend.

Neben den vielen unterschiedlichen Farbgestaltungen spielt Mambo aber auch mit dem Farbauftrag selbst. Denn während die meisten Pinselstriche tatsächliche Pinselstriche sind – samt Farbnasen und Verläufen – hat er in wenigen Gemälden die Form dieser Pinselstriche akribisch genau und deckend aufgemalt.

Wie spielerisch Mambo mit diesem einen Motiv umgehen kann, ist auch an den gerahmten Werken sichtbar, denn hier hat er die Glasscheiben gleich mitgestaltet.

Ausstellung von Flavien „Mambo‘“ Demarigny in der Galerie Zimmerling & Jungfleisch, Europaallee 27d, Saarbrücken. Geöffnet bis 15. Februar:  Dienstag, Donnerstag und Freitag, 15 bis 19 Uhr, Mittwoch von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 20 Uhr, sowie Samstag von 11 bis 15 Uhr.
www.zimmerling-jungfleisch.com

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