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Tierschutz
Finanzspritze für den Taubenverein

Marie Kribelbauer ist eine der Helferinnen im Stadttaubenverein, die sich um verletzte Tiere kümmern.
Marie Kribelbauer ist eine der Helferinnen im Stadttaubenverein, die sich um verletzte Tiere kümmern. FOTO: Alexander Manderscheid
Saarbrücken. Tierschützer wollen mit den 4500 Euro eine Voliere für kranke Vögel bauen. Von Alexander Manderscheid

Das ließ sich der Saarländische Umweltminister Reinhold Jost nicht nehmen und sagte bereits im vergangenen Jahr dem Verein Stadttauben Saarbrücken einen Zuschuss für den Bau einer Rekonvaleszenz-Voliere für Stadttauben zu. Zuvor konnte er sich bereits selbst in den zwei Saarbrücker Taubenschlägen von der Arbeit der ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen überzeugen.



Dort tauschen die Vereinsmitglieder um die Vorsitzende Helga Ehretsmann seit 15 Jahren tagtäglich Taubeneier gegen Attrappen aus Gips aus, um so die Taubenpopulation in der Innenstadt von Saarbrücken tierschutzgerecht zu regulieren. „Populationsmanagement nach dem Augsburger Konzept nennt man das“, sagt Ehretsmann.

Zu dem Konzept gehört auch die besagte Pflegevoliere, in der verletzte, kranke, gehandicapte und verwaiste Stadttauben untergebracht werden können. So hatte man im Oktober vergangenen Jahres gemeinsam mit Helfern des Tiernotrufs insgesamt 80 Jungtauben retten können, was die Notwendigkeit einer solchen Voliere nach Meinung des Verein „unbedingt rechtfertigt“. Diese Pflegevoliere soll bis Ende April in Heiligenwald installiert und dann ehrenamtlich im Auftrag des Stadttaubenvereins Saarbrücken betrieben werden.

Die Voliere ist ein wichtiger Baustein im Stadttaubenprojekt der Landeshauptstadt. Helga Ehretsmann freut sich zusammen mit ihren ehrenamtlichen Helfern über den Zuschuss des Ministers von insgesamt 4500 Euro. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte dem Projekt anlässlich des Wettbewerbs „Saarland zum Selbermachen“ bereits im November einen Betrag von 600 Euro zur Verfügung gestellt.

„Auch für Stadttauben gelten  selbstverständlich das Tierschutzgesetz, das Bundesnaturschutzgesetz und das Bundesartenschutzgesetz. In diesem Jahr möchten wir noch mehr Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit in der Stadttaubenthematik machen“, so Ehretsmann.

Die Stadttauben sind übrigens keine Wildtiere, wie oft fälschlicherweise angenommen wird. Viele von ihnen sind zum Beispiel ehemalige Glücksbringer von Hochzeiten oder gestrandete Brieftauben. In derzeit zwei Taubenschlägen, im Lambertshof und im Rathaus, kümmern sich die Mitglieder täglich um die Tiere. Allein im Lambertshof kommen im Jahr rund 2000 Eier zusammen, wie die Vorsitzende erzählt. Wer dem Verein bei der Arbeit helfen möchte, ist jederzeit willkommen.