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Kontrolle am Bau
Finanzministerium gerät ins Wackeln

Haarrisse im Gemäuer des saarländischen Finanzministeriums: Sie sollen mit Beginn der Bauarbeiten an der nahen Wilhelm-Heinrich-Brücke aufgetaucht sein. Für Mitarbeiter bestehe indes kein Grund zur Besorgnis, sagt eine Ministeriumssprecherin.
Haarrisse im Gemäuer des saarländischen Finanzministeriums: Sie sollen mit Beginn der Bauarbeiten an der nahen Wilhelm-Heinrich-Brücke aufgetaucht sein. Für Mitarbeiter bestehe indes kein Grund zur Besorgnis, sagt eine Ministeriumssprecherin. FOTO: Matthias Zimmermann
Saarbrücken. Bauarbeiten an der Saarbrücker Wilhelm-Heinrich-Brücke sollen für die Schäden verantwortlich sein. Zurzeit prüfen Verantwortliche der Landeshauptstadt, ob wirklich ein Zusammenhang besteht. Von Matthias Zimmermann
Matthias Zimmermann

Heftige Erschütterungen haben Mitarbeiter des Saarbrücker Finanzamtes aufgeschreckt. Die Behörde, im Gebäude des saarländischen Finanzministeriums untergebracht, vibrierte heftig, wie Katrin Thomas mitteilt. Nach Angaben der Sprecherin des Innenministeriums – ihre Behörde ist für landeseigene Bauten verantwortlich – sollen bereits am Dienstag, 17. April, zwischen 13 und 13.15 Uhr die Wände gewackelt haben. „Es sind oberflächliche Risse im Putz einiger Büros des Hauptgebäudes des Finanzamtes aufgetreten“, schildert sie. Dabei handle es sich aber um harmlose Haarrisse.


Damit zerschlägt Thomas Befürchtungen, das Haus an sich und damit auch die Beschäftigten könnten gefährdet sein. „Nach derzeitigem Stand ist die tragende Konstruktion hiervon nicht betroffen“, schreibt sie auf Anfrage. Um sicher zu sein, dass die Vibrationen zu keinen elementaren Schäden geführt haben, setzte die Staatliche Hochbaubehörde (SHB) im Landesverwaltungsamt Ingenieure ein, die die Risse begutachteten. Dabei unterstützte sie ein Statiker, der die Konstruktion des Finanzministeriums kennt, wie die Sprecherin weiter mitteilt. „ Es besteht nach aktueller Mitteilung der SHB derzeit weder Bedarf zur Räumung beziehungsweise zum Leerzug von Büros oder Gebäudeteilen. Weiterhin ist keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit erkennbar.“

Trotzdem behalten Fachleute die Risse im Blick und wollen darauf achten, ob neue hinzukommen. Rein vorsorglich werde zudem die Statik ein weiteres Mal überprüft.



Wie kam es aber zu den Erschütterungen? Nahe dem Gebäude lässt die Stadt Saarbrücken die Wilhelm-Heinrich-Brücke sanieren. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Finanzministerium sind Arbeiter mit schweren Maschinen auch am Untergrund zugange. Mutmaßlich führte dieser Einsatz zu den Rissen, heißt es dazu aus dem Innenministerium.

Damit ist nun die Landeshauptstadt am Zug. Denn: „Mit Schreiben vom 19. April hat die SHB vorsorglich Schadenersatzansprüche angemeldet“, informiert Katrin Thomas. Und dieser Brief ging ans Rathaus.

Stadtpressesprecher Robert Mertes bestätigt den Kontakt in diesem Zusammenhang zwischen Land und Saarbrücken. „Von Seiten der Landeshauptstadt haben wir inzwischen dem Landesverwaltungsamt einen Termin vor Ort vorgeschlagen, um die beschriebenen Schäden gemeinsam zu begutachten und zu klären, ob ein Zusammenhang mit den Bauarbeiten besteht.“

Unterdessen wurden auch die Mitarbeiter des Finanzministeriums über den aktuellen Stand informiert. Pressesprecherin Lisa Fetzer sagt, dass die Kollegen diese Woche in einem Brief über „kleinere Risse“ informiert worden seien. Diese hätten keine Auswirkungen auf die Standsicherheit des Komplexes oberhalb des Saarufers.

Im Finanzministerium begutachteten Experten die Schäden.
Im Finanzministerium begutachteten Experten die Schäden. FOTO: Matthias Zimmermann