Feuerwehrmann und Notfallsanitäter aus Saarbrücken macht Ambulanzflüge

Saarbrücker Notfallsanitäter : Als Helfer in der Not reist er um die Welt

Manuel Braun ist in Saarbrücken als Feuerwehrmann und Notfallsanitäter unterwegs. Ambulanzflüge sind sein Nebenjob.

Manuel Braun ist in der Saarbrücker City als Feuerwehrmann und Notfallsanitäter im Rettungsdienst unterwegs. Mit dem Notarzt vom Saarbrücker Winterberg zu Einsätzen zu fahren, ist sein täglicher Job. Er kennt die Altenheime, die Drogensüchtigen, die chronisch Kranken, akute Notfälle und Alarme mitten in der Nacht, die eigentlich gar keine sind. Rettungsdienst zu fahren, ist kein einfacher Job.

Aber darum soll es gar nicht gehen. Manuel Braun hat einen Nebenjob, der ihn in die ganze Welt führt: Er holt schwer erkrankte Menschen nach Hause, im Dienste einer Ambulanzflug-Firma auf dem Flughafen Hahn, die mit fünf Jets jeden Tag im Auftrag von großen Versicherungen unterwegs ist. Sein letzter Flug führte ihn von Ägypten nach Trondheim in Norwegen. Dem betroffenen Patienten ging es sehr schlecht. Ein Norweger war im Urlaub zusammengebrochen, musste wiederbelebt werden.

„Er war nicht bei Bewusstsein, künstlich beatmet und intensivpflichtig. Wir haben ihn in der Klinik in Ägypten aufgenommen und in Norwegen im Krankenhaus übergeben. Bett zu Bett nennen wir das, denn wir begleiten die Patienten auch auf den Wegen von und zum Flughafen. Dabei nutzen wir Krankenwagen vor Ort, die mitunter aus unserer Sicht historisch sind. Da wir aber unser eigenes medizinisches Material nutzen und alles mitbringen, sind die Patienten immer bestens versorgt“, erzählt Braun, der bis zu fünf Tage im Monat für den Ambulanzflugdienst abzweigt. „Wenn man sich auf den Dienstplan schreibt, ist man meist nach kurzer Zeit in der Luft. Mit zwei Piloten, einem Arzt und mir als Pflegekraft.“ Die Touren führen ihn rund um den Globus, denn die Ambulanzflüge scheuen keine Interkontinentalverbindungen. So war er schon in Angola und in den USA, in Bangkok und auf Jamaika. Die Patienten seien oft Urlauber, die einen Unfall hatten oder einen Herzinfarkt erlitten, vielfach auch europäische Rentner, die im Ausland leben und nach einem schweren Notfall die Versorgung zuhause in Europa vorziehen. Fast alle hätten entsprechende Versicherungen, denn ein Ambulanzflug sei eine teure Angelegenheit. Schon bei einer Mittelstrecke komme leicht ein fünfstelliger Eurobetrag zusammen. Allerdings sei die Crew hoch qualifiziert, und der medizinische Standard entspreche der Ausstattung einer deutschen Intensivstation. „Wir haben alles dabei, denn auf die Geräte im Ausland wollen wir uns nicht verlassen“, sagt Braun.

Die Flüge selbst seien anstrengende Arbeit. Dem Patienten komme volle Aufmerksamkeit zu, die Transporte zwischen Kliniken und Flughäfen seien oft beschwerlich. „Bei Fernstrecken reisen wir aber am Vortag an, dann bleibt Raum für ein Abendessen mit der Crew oder eine Joggingrunde am Strand“, erzählt der Feuerwehrmann, der bei der Berufsfeuerwehr als Beamter arbeitet und in seiner Freizeit stellvertretender Löschbezirksführer bei der Freiwilligen Wehr in Alt-Saarbrücken ist. Als aktiver Hockeyspieler findet er seinen Ausgleich, bevor es wieder losgeht. Wohin die Reise führt, erfährt er immer erst kurz vorher.

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