Retter von morgen sind schon richtig gut

Löschbezirk Fechingen hat seit 1977 eine Nachwuchssparte. Die zeigte zum Jubiläum Geschick und Schnelligkeit am Löschgerät.

Beim Feuerwehrspektakel am Samstagnachmittag beim Firmengebäude des Zeitspiegels in Fechingen waren Zuschauer ausdrücklich erwünscht. Denn die heimische Jugendfeuerwehr feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Deshalb stellten die Nachwuchsfeuerwehrleute des Stadtteils mit Altersgenossen aus dem Löschabschnitt Ost das bereits in jungen Jahren Erlernte vor einem beeindruckten Publikum unter Beweis.

In der Regel geht es bei den Jungen und Mädchen in den blau-orangefarbenen Uniformen darum, die Wasserversorgung aufzubauen und einen Löschangriff von außen vorzuführen. Die meisten der künftigen Lebensretter kennen bereits die Kniffe des Rettungsgeschäftes. "Da, ein Knick im Schlauch", sagt Julius zu seinem Seitenmann Mike. Der hebt die Leitung kurz, so dass der Knick zum sanften Bogen wird. Schon schießt das Wasser mit Kraft heraus.

Wo es noch klemmt, da eilen Jugendwarte zur Hilfe. Thomas Wack zum Beispiel. Erfahrene Feuerwehrleute wie er lenken im Ernstfall die Feuerwehrautos auf der Anfahrt zum Unglücksort und bedienen dort die Wasserpumpen.

Was die jungen Leute während der Übung präsentieren, beeindruckt auch Bezirksbürgermeister Daniel Bollig und Löschabschnittsführer Willi Hartz. Applaus.

Der heutige Ehrenlöschbezirksführer der Fechinger Wehr, Martin Theis, hat die Jugendfeuerwehr im Ort 1977 gegründet.

Eine Idee, die von Weitblick zeugt, wie der amtierende Löschbezirksführer Holger Nieser Theis bescheinigt: "Damals wurde der Grundstein dafür gelegt, den Fortbestand unseres Löschbezirkes sicherzustellen. Rund 95 Prozent der heutigen Aktiven kommen aus unserer Jugendfeuerwehr."

Inzwischen liegt das Eintrittsalter bei acht Jahren. In den Löschbezirken werden die Kinder und Jugendlichen spielerisch an die vielfältigen Kenntnisse und Fähigkeiten herangeführt, die beim Schutz vor Bränden unverzichtbar sind. Die Kinder erleben wichtige Werte wie Teamfähigkeit und Kameradschaft, Pflichtbewusstsein, Einsatzbereitschaft für die Allgemeinheit und den Dienst am Nächsten. "Darüber hinaus gehören Spaß, Abenteuer und Freundschaft zur Jugendfeuerwehr", sagte Nieser. Wie viel Spaß die Jugendfeuerwehr macht, das soll der Retternachwuchs demnächst erleben, und zwar beim Zeltlager des Abschnitts Ost in Eschringen.

Gerhard Theis und Gerd Petry waren 1977 die ersten Jugendbetreuer im Ort. In den Anfangsjahren kümmerten sie sich um 14 Jung-Feuerwehrleute. Schon wenige Jahre später war die Jugendfeuerwehr bei den jungen Fechingern so angesagt, dass sie mit 24 Jugendlichen 1980 ihren Höchststand erreichte. Die amtierenden Jugendwarte sind Peter Weyrich, Thomas Wack und Vanessa Houth.

Das Fest am Gerätehaus bot Außenstehenden Gelegenheit, die Vielfalt der Feuerwehrarbeit kennenzulernen. Groß und Klein versuchten sich zum Beispiel am Feuerlösch-Trainer und verschafften sich einen Überblick, was so ein Feuerwehrauto alles an Bord hat.

Mehr von Saarbrücker Zeitung