Versehen bei der Post : Pakete lagen tagelang in Fechinger Post

Erst nach der Beschwerde einer Kundin tat sich etwas. Die Deutsche Post räumt Fehler ein und entschuldigt sich.

Edelinde Bodi-Ihl ist auf die Post gerade nicht gut zu sprechen. Am Montag vergangener Woche brachte ihr Mann morgens für sie ein Paket in die Filiale in Fechingen, wo das Paar auch wohnt, und gab es auf mit einer Adresse in Daun in der Eifel als Ziel. 60 mal 40 Zentimeter waren die Maße des gewöhnlichen Kartons. Bodi-Ihl kann auf Anhieb aufzählen, was an einem Paket nicht sein darf, keine Schnüre zum Beispiel. Wer also kommt dann schon auf die Idee, dass hier was schief laufen könnte? Aber als sie am nächsten Tag den Computer hochfuhr und die Sendungsnummer kontrollieren wollte, stand da nur die Bestätigung, dass das Paket abgegeben wurde. Weiter nichts.

Als sich zwei Tage später am Mittwoch bei der Statusangabe im Internet immer noch nichts getan hatte, machte sich die 73-Jährige selbst auf in die kleine Filiale in der Provinzialstraße. „Da lag dann ein großer Haufen Pakete, und meins war dabei.“ Natürlich stellte sie die Dame hinter dem Tresen zur Rede. Die Frau konterte, dass schon drei Tage lang kein DHL-Fahrer gekommen sei, um die Pakete abzuholen, womit sich Edelinde Bodi-Ihl wohl oder übel erst mal zufrieden geben musste. Aber am Nachmittag desselben Tages schaute sie erneut vorbei. Diesmal war ihres verschwunden, die Filialbetreiberin habe es einem DHL-Fahrer mitgegeben, der aus einem anderen Grund in der Filiale aufgetaucht war. „Wahrscheinlich hatte sie es dann verschickt, weil ich mich beschwert hatte“, sagt Bodi-Ihl. Die anderen Pakete lagen noch immer da.

Die Sache macht der Fechingerin auch deswegen Sorgen, weil sie fürchtet, eines Tages nicht mehr Auto fahren zu können und dann auf die Geschäfte in ihrem Ort angewiesen zu sein. Und dort gibt es immer weniger. Einen Metzger, einen Bäcker und eine Apotheke gibt es noch, aber weder einen größeren Lebensmittelmarkt und noch eine Gaststätte.

Die Post zählt auf Nachfrage drei Filialen in Fechingen auf, rechnet dort aber auch die beiden in der Saarbrücker Straße in Brebach mit ein. Dort gibt es eine Filiale mit einem Partner zusammen, also eine integriert in ein anderes Geschäft, und ein paar Meter weiter einen kleinen Verkaufspunkt. Beide sind aber rund einen Kilometer weg.

In Fechingen selbst führt die Post gerade nur eine kleine Filiale, und diese dazu noch als Provisorium, nachdem dort die Zusammenarbeit mit einem Schreibwarenladen zu Ende gegangen ist. Sie ist die, in der der Mann von Edelinde Bodi-Ihl das Paket aufgegeben hatte. Die Öffnungszeiten sind kurz, an manchen Tagen reichen sie nur über drei Stunden am Vormittag. Wie die Post mitteilt, ist sie dabei, einen neuen Filialpartner in Fechingen zu finden. Bis dahin will sie mit der kleinen, provisorischen Filiale auf jeden Fall aber präsent bleiben, wie ein Sprecher mitteilt, der auch auf den speziellen Fall von Bodi-Ihls Paket eingeht.

Die Post habe die Sache geprüft und kommt zu dem Ergebnis: „Die Reklamation ist berechtigt.“ Offenbar sei es zu einem Kommunikationsfehler zwischen der Filialbetreiberin und der Paketabholung gekommen. Das Unternehmen bittet um Entschuldigung und verspricht, die beteiligten Mitarbeiter „noch einmal zu sensibilisieren“.

Das Paket ist mittlerweile in der Eifel angekommen. 7,49 Euro hat das Porto gekostet. „Hätte ich das so kommen gesehen, wäre ich besser selbst nach Daun gefahren“, sagt Edelinde Bodi-Ihl.

Den Tipp zu dieser Geschichte bekamen wir von Edelinde Bodi-Ihl aus Fechingen. Haben auch Sie Spannendes, Schönes oder Ärgerliches aus ihrem Ort zu erzählen und ein bemerkenswertes Foto geschossen? Als Leser-Reporter der Saarbrücker Zeitung haben Sie den direkten Draht zur Redaktion. Per E-Mail an die E-Mail-Adresse: leser-reporter@sol.de. Oder rufen Sie uns an unter Tel. (06 81) 5 98 98 00. Hinterlassen Sie bitte deutlich Name und Telefonnummer, damit wir Sie erreichen können.