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Heringsmühle
„Macht euch mal nicht ins Hemd“

Die Fechinger Bürgerinitiative hat in der Vergangenheit immer wieder gegen den Lkw-Verkehr an der Heringsmühle protestiert.
Die Fechinger Bürgerinitiative hat in der Vergangenheit immer wieder gegen den Lkw-Verkehr an der Heringsmühle protestiert. FOTO: BeckerBredel
Fechingen. Manche Bürger sind von der Forderung der Bürgerinitiative Fechinger Talbrücke nur noch genervt, wie sie auf Facebook schreiben. Von Jörg Wingertszahn

Der Streit um den Lkw-Verkehr An der Heringsmühle in Fechingen nimmt kein Ende. Nach mehreren Berichten, in denen die Bürgerinitiative Fechinger Talbrücke/DB Schenker erneut ein Fahrverbot für Lastwagen gefordert hatte, diskutierten dutzende Leser das Thema auf der Facebook-Seite der Saarbrücker Zeitung/Zeitung für Saarbrücken.


Dabei wurde deutlich, dass viele Fechinger das  geforderte Lkw-Verbot an der Heringsmühle durchaus kritisch sehen. Ein Leser sprach gegenüber unserer Zeitung von „Verfolgungswahn“. Er meinte, eine Ansiedlung des Logistik-Unternehmens DB Schenker wäre in der Tat zum Problem geworden, der normale Lkw-Verkehr An der Heringsmühle aber nicht.

DB Schenker hatte geplant, seinen Standort nach Ensheim zu verlegen. Das hätte bedeutet, dass die Lastwagen des Unternehmens durch die Straße An der Heringsmühle gefahren wären. Die meisten Fraktionen im Saarbrücker Stadtrat erteilten dem Plan aber eine Absage. Seit sieben Monaten sei das Vorhaben vom Tisch, teilte eine Sprecherin vor zwei Wochen auf Anfrage unserer Zeitung mit.



Erich Litzenburger meinte auf Facebook zu der Debatte: „Bin vorhin mal durchgefahren, mir kam erst in Ommersheim das erste Fahrzeug mit mehr als 3,5 Tonnen entgegen, und das war ein Spediteur aus Blieskastel, also macht euch mal nicht ins Hemd.“

Patrick Miethke schrieb: „Sorry, aber wenn man an einer Hauptstraße wohnt, muss man auch mit (Lkw-)Verkehr rechnen. Haben schon neuen Asphalt bekommen und eine Tempo-30-Zone mit Blitzer (der in meinen Augen an der falschen Stelle steht). Also kann man der Stadt ja hier keine Untätigkeit vorwerfen!“ 2016 hatte die Stadt An der Heringsmühle einen stationären Blitzer aufgestellt, um die Situation zu entschärfen.

Die Bürgerinitiative hatte in der Tat der Landeshauptstadt Untätigkeit vorgeworfen. Die Stadt wies die Vorwürfe umgehend zurück und will ein Gutachten zur Lkw-Belastung in Saarbrücken in Auftrag geben.

Angélique Nau wird in ihrem Kommentar sehr deutlich: „Mein Gott, es nervt nur noch! Wo verdammt noch einmal sollen sie denn lang fahren?! Dieser sch. . . Blitzer nervt genauso und steht meiner Meinung nach an der falschen Stelle!“

Michael Schwarz meinte: „Da wird von der Bürger-Initiative eine Menge Polemik gemacht. Da werden Begriffe wie ,donnern’ verwandt –  das bei Tempo 30! Bei der ,Verkehrszählung’ (der Bürgerinitiative, Anmerkung der Redaktion) handelt es sich um eine Momentaufnahme an einem Montag. Der liegt unmittelbar nach dem Sonntag-Fahrverbot für Lkw. Dies lässt dann ein höheres Lkw-Aufkommen vermuten. Daher ist der Weg richtig, sich zunächst mal valide Daten zu verschaffen, zu analysieren und dann zu entscheiden. Wenn ich den Chat-Verlauf hier verfolge, verspielt die BI (Bürgerinitiative, Anmerkung der Redaktion) mit der Polemik die Unterstützung, die sie zu Zeiten der Autobahn-Sperrung wohl hatte.“

Ralph Theis konstatiert trocken: „Ohne Lkw gibt es nichts zu essen, trinken, Kleider und noch vieles mehr. Sollen die Lkw-Fahrer alles mit einer Ameise transportieren? Irgendwie müssen die ganzen Waren in die Geschäfte, Firmen usw. kommen.“