Nach dem Unwetter Kombibad bleibt wohl noch länger dicht

Fechingen · Nach Unwetter in Fechingen ist Technik nicht einsatzbereit. Schulen und Vereine müssen sich anderweitig umsehen.

 Braune Brühe statt klares Wasser

Braune Brühe statt klares Wasser

Die Folgen des in weiten Teilen des Regionalverbandes heftig gewüteten Unwetters haben weiterhin Auswirkungen. Nicht nur Keller und Wohnungen wurden durch die immensen Regenmassen geflutet und Autos einfach weggeschwemmt. Auch das Kombibad in Fechingen traf es hart. Seitdem ist es geschlossen. Wann es wieder öffnet, steht nach wie vor in den Sternen. Denn bis jetzt sei noch nicht einmal klar, was alles zerstört wurde, berichtet Sabine Ramge-Wein von der Pressestelle der zuständigen Saarbrücker Stadtwerke.

Der Grund dafür: Sturzbäche hatten nicht nur das Wasser in den Becken in braune Seenlandschaften verwandelt. „Das wäre das geringste Problem gewesen, es auszutauschen“, sagt Ramge-Wein. Zudem überzogen Schlamm und Geröll das Gelände des Kombibades.

Viel gravierender: Auch die Technik im Keller ist untergegangen. Unter anderem stehen dort Pumpen unter Wasser. Bis zu einem Meter Höhe stand es dort. Deswegen musste der Strom abgeschaltet werden. Und das bleibt so, bis die Räume und Leitungen wieder trocken sind. Sonst könnte es gefährlich für die Mitarbeiter werden, sagte Ulrike Reimann, Pressesprecherin der Saarbrücker Stadtwerke, kurz nach der Katastrophe.

Erst wenn die Gefahr gebannt, alles soweit getrocknet ist, dürfen Mitarbeiter entsprechender Fachunternehmen die defekte Anlage überprüfen. Ein Zeitplan existiere bisher nicht.

Darum müssen sich Kunden anderweitig umsehen, wenn sie ihre Bahnen ziehen wollen. Kurse und der Seniorenfitnesstag sind abgesagt. Nach Ramge-Weins Angaben sind sieben Grund- sowie fünf weiterführende Schulen davon betroffen. Darüber hinaus fallen die Trainingszeiten für acht Vereine auf unbestimmte Zeit aus. Die Bundespolizei hat ebenso das Nachsehen.

Unterdessen seien der Betriebsleiter und dessen Stellvertreter dabei, die Aufräumarbeiten zu koordinieren. Daran sind Fachfirmen beteiligt. Aber auch städtische Mitarbeiter packten an. Weitere Beschäftigte des bis auf Weiteres geschlossenen Kombibades arbeiteten derweil für andere Bäder der Landeshauptstadt. Unter ihnen sind sechs Rettungsschwimmer. So weit möglich, feiere die Belegschaft freie Tage ab.

Auch Tage nach dem Unglück erkundigten sich noch immer zahlreiche Besucher, wie und wann es weitergeht. Darum gebe es für jene weiterhin Beratung. Ramge-Wein: „Die zwei Kassiererinnen wechseln sich ab und betreuen das Telefon und den Eingang, da es immer noch viele Nachfragen und Besucher gibt“, zu denen die Notlage noch nicht vorgedrungen sei.

Durschnittlich besuchten pro Tag bis zu 650 Menschen das Bad. Wer eine Dauerkarte besitzt, kann damit die übrigen Bäder in Saarbrücken nutzen, sagt Ramge-Wein. Folgende stehen dafür bereit: das Kombibad in Altenkessel sowie das Freibad in Dudweiler und das Schwarzenbergbad in Saarbrücken.

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